Schwacher Heimatmarkt

BYD-Aktie rutscht ab: Wie gefährlich wird die neue EU-Quote für das Exportgeschäft?


BYD-Aktie rutscht ab: Wie gefährlich wird die neue EU-Quote für das Exportgeschäft?

Chinas Pkw-Markt verzeichnet den zwölften Rückgang in Folge, zugleich begrenzt die EU Hybridimporte auf 350.000 Fahrzeuge im Jahr. Was das für BYD heißt.

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  • Heimatmarkt schwächelt, das Auslandsgeschäft trägt weiter
  • EU-Quote trifft ausgerechnet das Hybridgeschäft in Europa
  • Analysten sehen Entspannung bei Zöllen, aber neue Mengenrisiken
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Chinas Hybridauto-Primus BYD gerät am Dienstag unter Druck. Schwache Inlandsverkäufe im September und die neue EU-Obergrenze für chinesische Hybridimporte belasteten die Branche auf breiter Front. Für BYD rückt damit das Auslandsgeschäft in den Mittelpunkt.

Chinesische Autoaktien unter Druck

Die Papiere chinesischer Autohersteller geben am Dienstag auf breiter Front nach. BYD verlieren in Hongkong 1,61 Prozent auf 73,15 HKD, Great Wall Motor verlieren zeitweise 1,33 Prozent auf 7,07 HKD und SAIC Motor-Titel verlieren daneben 0,83 Prozent auf 10,79 CNY an der Börse in Shanghai.

Hintergrund sind die Septemberzahlen der China Passenger Car Association. Der Pkw-Absatz in China sank im Jahresvergleich um 28,1 Prozent auf 1,63 Millionen Fahrzeuge, den zwölften Rückgang in Folge. Im August hatte das Minus noch 23,7 Prozent betragen. Der Inlandsabsatz von Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeugen fiel um 16,7 Prozent auf 1,08 Millionen. Als Gründe nenne der Verband das frühe Mondfest, eine durch Subventionsvorzieheffekte erhöhte Vorjahresbasis, hohe Ölpreise und gestiegene Speicherchip-Preise.

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BYD zwischen schwachem Inlandsgeschäft und Exportwachstum

BYD meldete für September einen weltweiten Absatz von 463.561 Fahrzeugen, ein Plus von 17,0 Prozent und den höchsten Monatswert des Jahres. Das Inlandsgeschäft schrumpfte um 13,0 Prozent. Der Auslandsabsatz legte um 153,6 Prozent zu. Die Zahlen stammen aus den Unternehmensdaten, die CnEVPost auswertete.

Die Pkw-Exporte aus China insgesamt stiegen im September um 73,2 Prozent auf 923.000 Fahrzeuge. Gerade dieser Pfeiler gerät nun durch Brüssel unter Beobachtung, denn BYD ist laut Branchenanalyst Li Yanwei von der China Automobile Dealers Association Chinas größter Hybrid-Exporteur nach Europa.

EU-Importquote erhöht den Druck auf chinesische Hersteller

Die EU und China einigten sich darauf, die jährlichen Hybridimporte aus China auf 350.000 Fahrzeuge zu begrenzen. Voraussichtlich ab Anfang Dezember, wie Dow Jones unter Berufung auf einen hochrangigen EU-Vertreter berichtet. Die auf vier Jahre angelegte Maßnahme erlaubt eine Steigerung um 6 Prozent im Jahr und könnte die Exporte gegenüber den für 2026 erwarteten 800.000 Fahrzeugen halbieren. Der Marktanteil in China gebauter Fahrzeuge in der EU würde von 12 Prozent auf rund 6 Prozent sinken.

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Jefferies zufolge standen zuletzt BYD, SAIC und Chery zusammen für mehr als 90 Prozent der chinesischen Hybridverkäufe in der EU. Die Bank sehe bei den Zöllen weniger, bei den Mengen aber mehr Risiko. Offen ist bislang, wie sich die 350.000 Fahrzeuge auf Marken verteilen. Chinesische Hersteller mit Werken in Drittländern wie der Türkei sind nicht betroffen.

BYD-Aktie: Diese Faktoren werden jetzt entscheidend

Anleger sollten bei BYD derzeit weniger auf einzelne Absatzrekorde als auf die Entwicklung der Margen und des Exportgeschäfts achten. Entscheidend ist, ob der Konzern das Wachstum im Ausland profitabel fortsetzen kann und wie stark die EU-Importquote die Lieferungen von Plug-in-Hybriden tatsächlich begrenzt. Auch die Preisentwicklung im chinesischen Heimatmarkt verdient Aufmerksamkeit: Verschärft sich der Wettbewerb, könnte BYD trotz steigender Verkaufszahlen unter Druck geraten. Vor einer Anlageentscheidung sollten Investoren deshalb die nächsten Geschäftszahlen, die Entwicklung der Exportmargen und die konkreten EU-Regeln abwarten. Wer bereits investiert ist, sollte zudem prüfen, ob die ursprünglichen Erwartungen an Wachstum und Profitabilität angesichts der neuen Risiken noch gelten. Ein günstiges Analystenkursziel allein ist kein ausreichender Kaufgrund.

Entscheidend wird, wie Brüssel und Peking die Quote konkret ausgestalten und ob BYD mit eigener Fertigung in Europa gegensteuert.

Claudia Stephan, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Robert Way / Shutterstock.com, Philip Lange / Shutterstock.com

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