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Anleger schicken Aktien von Samsung und SK hynix nach unten: CXMT rückt bei Speicherchips näher


Anleger schicken Aktien von Samsung und SK hynix nach unten: CXMT rückt bei Speicherchips näher

Vier Tage nach dem Rekordgewinn von Samsung reicht eine Ankündigung aus Shanghai, um Südkoreas Speicherriesen ins Minus zu schicken.

  • CXMT will bis Ende 2026 Servermodule mit neuer 4F²-Zellstruktur liefern
  • Samsung peilt die Serienfertigung mit 4F² Berichten zufolge erst 2028 an
  • Druck trifft zuerst klassischen Serverspeicher, nicht das HBM-Geschäft
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Eine Ankündigung aus Shanghai schickt Südkoreas Speicherriesen heute deutlich ins Minus: Die Aktie von Samsung beendete den Handel in Seoul 4,39 Prozent tiefer bei 250.500 Won, die Aktie von SK hynix verlor derweil 4,52 Prozent auf 1.605.000 Won. Das Papier des chinesischen Herstellers CXMT schloss den Handel ebenfalls deutlich schwächer ab: Letztlich verlor die Aktie 5,22 Prozent auf 48,34 Yuan. Auslöser ist ChangXin Memory Technologies (CXMT), Chinas größter DRAM-Hersteller, der Fortschritte bei einer Speicherarchitektur meldet, an der auch die beiden koreanischen Konzerne arbeiten.

Was CXMT in Shanghai angekündigt hat

CXMT-Präsident Cao Kanyu stellte am Samstag auf einer Branchenkonferenz in Shanghai eine neue Generation von DDR5-Servermodulen (RDIMM) in Aussicht, die noch bis Ende 2026 auf den Markt kommen soll, wie Global Times berichtet. Kern ist eine 4F²-Speicherzelle, die weniger Chipfläche belegt als die heute übliche 6F²-Zelle und damit mehr Speicherzellen pro Chip erlaubt. Dafür setzt CXMT nach Angaben der South China Morning Post auf einen eigenen Transistor mit vertikal umschließendem Gate, der Leckströme verringern soll.

Gemessen an der Kursreaktion ist die Ankündigung erstaunlich dünn unterlegt. CXMT nannte weder technische Spezifikationen noch einen konkreten Starttermin, und ob die Module die langwierigen Qualifizierungen großer Serverkunden bestehen, ist offen. Zeitlich wäre ein Marktstart vor Jahresende dennoch ein Achtungszeichen: SK hynix hatte seine eigene 4F²-Roadmap 2025 vorgestellt, Samsung strebt Berichten zufolge die Massenfertigung von DRAM unter zehn Nanometern mit dieser Zellstruktur erst bis 2028 an, so investing.com.

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Warum die Samsung-Aktie trotz Rekordgewinn nachgibt

Bemerkenswert ist das Timing. Erst am 8. Oktober hatte Samsung für das dritte Quartal 2026 einen vorläufigen operativen Gewinn von 107,4 Billionen Won gemeldet, fast das Neunfache der 12,2 Billionen Won aus dem Vorjahresquartal. Der Umsatz kletterte auf 195 Billionen Won nach 86,1 Billionen Won ein Jahr zuvor. Als Treiber gilt das Speichergeschäft, das von knappen Kapazitäten und steigenden Preisen infolge des Ausbaus von KI-Rechenzentren profitiert.

Genau dort setzt die Sorge an. CXMT gilt seit Langem als Risiko für die koreanischen Hersteller, weil zusätzliche chinesische Produktion die Knappheit lindern könnte, die derzeit Preise und Margen trägt. Jeder technische Schritt aus Shanghai rückt damit weniger die Technologieführerschaft als die Preisfrage in den Fokus. Allein erklärt CXMT den Montag allerdings nicht: Nach einem verlängerten Wochenende lasteten auch steigende Renditen von US-Staatsanleihen und die Spannungen im Nahen Osten auf Technologiewerten.

Der Wettbewerb verschärft sich zuerst bei Serverspeicher

Für die Einordnung ist entscheidend, wo CXMT angreift. Die angekündigten RDIMM sind klassischer Arbeitsspeicher für Server, nicht der gestapelte High Bandwidth Memory (HBM), mit dem SK hynix und Samsung die Hersteller von KI-Beschleunigern beliefern. Bei HBM steht CXMT noch am Anfang: Laut Börsenprospekt, über den Reuters im Dezember 2025 berichtete, soll ein eigenes HBM-Packaging-Werk in Shanghai erst bis Ende 2026 die Produktion aufnehmen.

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Gerade weil Samsung und SK hynix ihre modernsten Kapazitäten bevorzugt auf das margenstarke HBM lenken, bleibt im konventionellen DRAM Raum für einen Anbieter, der Volumen liefert. Finanziell ist CXMT dafür gerüstet: Beim Börsengang am 27. Juli in Shanghai, dem bis dahin größten Börsengang Asiens in diesem Jahr, sammelte das Unternehmen rund 8,6 Milliarden US-Dollar ein und stieg am ersten Handelstag zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen Festlandchinas auf.

Was das für Anleger bedeutet

Für Anleger, die Samsung oder SK hynix im Depot halten, verschiebt die Meldung aus Shanghai weniger die aktuellen Zahlen als die Frage, wie lange die außergewöhnlichen Margen im Speichergeschäft halten. Kurzfristig ändert die Ankündigung an den Erträgen der koreanischen Konzerne nichts, denn ein Produkt ohne Spezifikationen und Kundenfreigabe bringt CXMT noch keinen Umsatz im Servermarkt. Mittelfristig dürfte die Bewertung beider Aktien jedoch empfindlicher auf jedes Signal reagieren, dass zusätzliches Angebot aus China die Knappheit bei konventionellem DRAM aufweicht.

Daraus ergeben sich drei Prüfsteine. Erstens, ob CXMT den Zeitplan hält und bis Jahresende tatsächlich qualifizierte 4F²-Module ausliefert. Zweitens, wie sich die Vertragspreise für Server-DRAM entwickeln, an denen sich ein wachsendes chinesisches Angebot zuerst ablesen ließe. Drittens, wie stark das HBM-Geschäft die Ergebnisse trägt, denn dort ist der chinesische Rivale vorerst kein direkter Konkurrent. Ein einzelner Handelstag mit mehreren Belastungsfaktoren taugt dagegen kaum als Beleg für eine Trendwende.

Der nächste belastbare Datenpunkt kommt aus Korea: Samsung legt noch im Oktober die vollständigen Quartalszahlen mit Aufschlüsselung nach Sparten vor. Dann wird sichtbar, wie viel des Rekordgewinns tatsächlich aus dem Speichergeschäft stammt.

Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: JUNG YEON-JE/AFP/Getty Images, Michael Vi / Shutterstock.com

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