Aktien von Micron, Sandisk und Co. nach Rally wieder unter Druck: Analyst erwartet Preissprung bei Speicherchips
Ein Morgan Stanley-Analyst hält den jüngsten Ausverkauf bei Speicherchip-Aktien für überzogen und rechnet im dritten Quartal mit einem Sprung der Speicherpreise um mindestens 25 Prozent.
Werte in diesem Artikel
- Morgan Stanley erwartet einen Preissprung bei Speicherchips von 25 Prozent
- Datacenter-Knappheit noch bis mindestens 2028
- Auch andere Experten sehen Kaufgelegenheit bei Speicherchip-Aktien
Morgan Stanley erwartet, dass die Preise für Speicherchips im dritten Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal um mindestens 25 Prozent steigen werden und macht diese Prognose in einer Analyse vom Wochenbeginn zum zentralen Argument für Speicherchip-Aktien. Die Anteilsscheine von Micron Technology, Sandisk und Western Digital legten daraufhin am Dienstag an der NASDAQ jeweils zweistellig zu, nachdem alle drei Titel in den Wochen zuvor unter deutlichen Verkaufsdruck geraten waren.
Am Mittwoch scheint sich die Erholung jedoch nicht mehr weiter fortzusetzen: Im NASDAQ-Handel geben Micron-Aktien zeitweise wieder um 1,04 Prozent auf 960,76 US-Dollar nach, Sandisk-Papiere fallen zeitweise um 2,02 Prozent auf 1.557,29 US-Dollar und Anteilsscheine von Western Digital zeigen sich um 0,16 Prozent höher bei 549,29 US-Dollar.
Warum Morgan Stanley den Ausverkauf für übertrieben hält
Analyst Joseph Moore von Morgan Stanley begründete seine Prognose für die Speicherpreise laut The Motley Fool mit der anhaltenden Knappheit bei Speicherchips für Rechenzentren. Nach Gesprächen mit Einkaufsmanagern großer Datacenter-Betreiber sehe er keinerlei Anzeichen für eine Entspannung der Lage, tatsächlich könne sich der Engpass in den Jahren 2027 und 2028 sogar noch verschlimmern. Der aktuelle Preiszyklus werde nahezu ausschließlich von der Nachfrage aus Rechenzentren getragen, während Schwäche bei PCs, Smartphones und Unterhaltungselektronik zuletzt für Verunsicherung unter Anlegern gesorgt habe. Genau diese Verunsicherung habe den Kursrutsch ausgelöst, den Morgan Stanley in der Analyse als Einstiegschance einordnete.
Auch andere Analysten äußerten sich zu Wochenbeginn positiv zu Speicherchip-Titeln. Nachdem das quelloffene chinesische Sprachmodell Kimi K3 von Moonshot AI kürzlich neue Sorgen geschürt hatte, führende US-Anbieter könnten bei KI-Hardware übertrieben investieren, drehte Bank of America-Analyst Vivek Arya dieses Argument um: Gerade günstigere, offene Modelle würden aus seiner Sicht die Nachfrage nach Speicherchips erhöhen, weil jeder Nutzer, der ein solches Modell herunterlädt, auf eigener Hardware zusätzlichen Speicher benötigt.
Auch Nancy Tengler, Chefin von Laffer Tengler Investments, zog laut "MarketWatch" mit Blick auf Micron und Co. kürzlich Parallelen zum Aktien-Ausverkauf nach dem Aufkommen des chinesischen Modells DeepSeek im Vorjahr, der sich im Nachhinein als Kaufgelegenheit erwiesen habe. Brian Mulberry, Chefmarktstratege bei Zacks Investment Management, sieht die Bewertungen der Chip-Aktien laut dem Nachrichtenportal ebenfalls wieder auf einem Niveau, das Anlegern eine Beteiligung am erwarteten Gewinnwachstum erlaube, zumal robuste Zahlen aus anderen Branchen das Vertrauen stützten würden.
Micron, Sandisk und Western Digital: Unterschiedliche Rollen im selben Preiszyklus
Die Aktien von Micron, Sandisk und Western Digital dürften auf unterschiedliche Weise profitieren, sofern sich die optimistische Prognose von Morgan Stanley bewahrheiten wird. Micron Technology deckt als integrierter Speicherhersteller sowohl DRAM als auch NAND-Flash ab und gilt damit als direktester Gradmesser für die von dem Analysten erwartete Preisdynamik. Sandisk ist hingegen reiner NAND-Flash-Hersteller und wurde erst 2025 von Western Digital abgespalten. Western Digital selbst konzentriert sich seit der Abspaltung auf Festplatten und profitiert eher indirekt: Steigen Flash-Preise, wird Speicherplatz auf klassischen Festplatten für Rechenzentren wieder attraktiver.
Die von Morgan Stanley erwartete Preissteigerung von 25 Prozent im dritten Quartal liegt allerdings über den Schätzungen anderer Banken. Ein Risiko für Moores These bleibt dabei, dass ein Nachlassen der Nachfrage aus dem KI-Servergeschäft oder ein schnellerer Kapazitätsaufbau die Preisentwicklung dämpfen könnte, sollte sich das Investitionstempo der Cloud-Anbieter abschwächen.
Carolin Ludwig, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net
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Alle: Alle Empfehlungen
| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 25.06.26 | Micron Technology Buy | Deutsche Bank AG | |
| 25.06.26 | Micron Technology Outperform | RBC Capital Markets | |
| 25.06.26 | Micron Technology Neutral | Goldman Sachs Group Inc. | |
| 25.06.26 | Micron Technology Overweight | JP Morgan Chase & Co. | |
| 15.06.26 | Micron Technology Outperform | RBC Capital Markets |
