Alphabet-Aktie steigt in den Dow Jones auf - und wird fünftes Tech-Schwergewicht im Index

Der Dow Jones bekommt ein neues Mitglied. Ab Montag wird die Google-Mutter Alphabet den Telekommunikationskonzern Verizon im renommierten US-Leitindex ersetzen.
Werte in diesem Artikel
• Alphabet ersetzt ab 29. Juni Verizon im Dow Jones
• Der Index stärkt damit seine Ausrichtung auf KI, Cloud und Tech
• ETFs, die den Dow Jones nachbilden, müssen Alphabet-Aktien kaufen, der Kurseffekt dürfte aber begrenzt bleiben
Mit der Alphabet-Aktie zieht eines der weltweit bedeutendsten Technologieunternehmen in den exklusiven Kreis der 30 Werte des Dow Jones Industrial Average ein und stärkt zugleich die Präsenz der großen US-Technologiekonzerne im traditionsreichen Börsenbarometer. Den Index verlassen muss dafür die Verizon-Aktie.
Die Änderung wurde am Dienstagabend bekanntgegeben und wird bereits zum Handelsstart am kommenden Montag, den 29. Juni, wirksam. Nach Angaben des Indexanbieters S&P Dow Jones Indices soll die Aufnahme von Alphabet die Abbildung zentraler Wachstumsfelder der US-Wirtschaft verbessern. "Das breit gefächerte Portfolio von Alphabet in den Bereichen Technologie und digitale Dienstleistungen umfasst Werbung, Cloud-Infrastruktur, künstliche Intelligenz, Hardware, autonome Mobilität, Gesundheitstechnologie sowie Medienvertrieb. Die Aufnahme von Alphabet erweitert und stärkt die Präsenz des DJIA in diesen dynamischen Sektoren der US-Wirtschaft. Aufgrund der hohen Marktkapitalisierung und des Aktienkurses sowie der geschäftlichen Vielfalt ist das Unternehmen ein repräsentativerer Vertreter des Sektors Kommunikationsdienstleistungen im DJIA", erklärte S&P Global in der entsprechenden Pressemitteilung.
Fünfter Vertreter der "Magnificent Seven" im Index
Mit dem Aufstieg von Alphabet wächst der Einfluss der sogenannten "Magnificent Seven" im wichtigen US-Index weiter. Bereits jetzt gehören Apple, Microsoft, Amazon und NVIDIA dem Dow Jones an. Alphabet wird damit das fünfte Mitglied dieser Gruppe besonders wachstumsstarker Technologieunternehmen im Index.
Der Zeitpunkt des Aufstiegs kommt für Alphabet in einer Phase intensiver Investitionen. Der Konzern hat seine Ausgaben für künstliche Intelligenz in den vergangenen Jahren massiv erhöht und seit Oktober nach Angaben von "CNBC" insgesamt rund 141 Milliarden US-Dollar über Fremd- und Eigenkapital aufgenommen, um seine KI-Strategie voranzutreiben. Gleichzeitig steht das Unternehmen unter Druck, den wirtschaftlichen Nutzen dieser Investitionen nachzuweisen.
Warum die Verizon-Aktie weichen muss
Die Änderung verdeutlicht zugleich eine Besonderheit des Dow Jones Industrial Average: Anders als viele andere große Aktienindizes ist der Dow preisgewichtet. Für die Gewichtung eines Unternehmens ist daher nicht seine Marktkapitalisierung entscheidend, sondern der Aktienkurs.
Genau hier lag das Problem für Verizon. Die Aktie des Telekommunikationsanbieters bewegte sich innerhalb der letzten 52 Wochen nur in einer Range zwischen 38,39 US-Dollar und 51,68 US-Dollar und hatte deshalb nur einen sehr geringen Einfluss auf die Entwicklung des Index. Laut S&P Global repräsentierte Verizon lediglich rund 0,5 Prozent des gesamten Dow Jones. "Persistierend niedrig bewertete Aktien haben einen nur unwesentlichen Einfluss auf den Index", begründete der Indexanbieter den Wechsel.
Alphabet hingegen bringt einen Aktienkurs von deutlich über 300 US-Dollar mit und wird dadurch vom ersten Tag an ein wesentlich höheres Gewicht im Dow Jones erhalten. Neben der deutlich höheren Börsenbewertung gilt auch die Breite der Geschäftsaktivitäten als Argument für die Aufnahme.
Modernisierung eines Traditionsindex
Mit der Aufnahme von Alphabet setzt sich die schrittweise Modernisierung des mehr als 130 Jahre alten Dow Jones fort. Der Index, der lange Zeit von Industrie-, Finanz- und Konsumwerten geprägt war, entwickelt sich zunehmend zu einem Spiegelbild der digitalen US-Wirtschaft.
Für die Alphabet-Aktie könnte der Aufstieg in den Dow Jones zunächst zusätzlichen Rückenwind bedeuten. Denn ETFs, die den Dow Jones physisch nachbilden, müssen den Anteilsschein nun bis zum Stichtag in ihre Portfolios aufnehmen. Dadurch entsteht automatisch zusätzliche Nachfrage. Allerdings sollte diese nicht überschätzt werden, denn im Gegensatz zum S&P 500 oder NASDAQ 100 ist das Anlagevolumen in Dow-Jones-ETFs laut "MarketWatch" deutlich kleiner. Im NASDAQ-Handel am Mittwoch verlor die Alphabet-Aktie 0,30 Prozent auf 345,03 US-Dollar zu. Verizon-Titel verloren hingegen an der NYSE 2,13 Prozent auf 45,74 US-Dollar.
Carolin Ludwig, Claudia Stephan, Thomas Zoller, Julia Walter, Redaktion finanzen.net
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