Gold im Blick

Gold auf Rekordkurs? Yardeni sieht trotz Bärenmarkt 10.000 US-Dollar bis 2030

05.04.26 23:24 Uhr

Goldpreis-Prognose 2030: Yardeni erwartet 10.000 US-Dollar trotz Bärenmarkt | finanzen.net

Trotz des aktuellen Rückgangs beim Goldpreis bleibt Yardeni optimistisch und hält an seiner Goldpreis-Prognose für 2030 fest, revidiert jedoch seine kurzfristige Einschätzung.

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Gold bleibt langfristig stabil durch Zentralbanknachfrage und geopolitische Risiken
• Ed Yardeni hält an seiner Goldpreis-Prognose bis 2030 fest
• Experten sehen den Verkaufsdruck als Einstiegsmöglichkeit

Goldkurs unter kurzfristigem Druck

Wie CNBC berichtet, sehen viele Experten den jüngsten Goldrückgang nicht als Zeichen einer Verschlechterung der langfristigen Perspektiven, sondern vor allem als Folge kurzfristiger Marktverzerrungen. Die zentralen Einflussfaktoren haben sich nicht verändert: Anhaltende geopolitische Risiken, die nach wie vor hohe Nachfrage der Zentralbanken sowie die Aussicht auf einen schwächeren US Dollar stützen den langfristigen Aufwärtstrend des Edelmetalls, heißt es weiter. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit setzen Anleger traditionell auf Gold, um ihr Vermögen abzusichern, so CNBC. Seit seinem Höchststand von 5.594,34 US-Dollar am 29. Januar 2026 hat Gold 16,41 Prozent an Wert eingebüßt, was den bisherigen Aufwärtstrend des Edelmetalls vorübergehend dämpft.

Yardeni hält an 10.000 US-Dollar-Ziel fest

Der US-Marktstratege Ed Yardeni erklärte in einer E-Mail an CNBC, dass er an seiner langfristigen Prognose festhalte: "Wir bleiben bei 10.000 US-Dollar bis zum Ende des Jahrzehnts." Für das Jahresende revidierte er seine frühere Einschätzung von 6.000 US-Dollar pro Unze, die er am 10. März in einem Interview mit Bloomberg geäußert hatte, nach unten. Der Goldpreis liegt aktuell bei 4.676,43 US-Dollar (Stand: 04. April 2026), sodass seine angepasste Jahresendprognose von 5.000 US-Dollar weiterhin rund fünf Prozent über dem derzeitigen Kursniveau liegt.

Gold unter Druck: Starker US-Dollar und geopolitische Entwicklungen

Der jüngste Rückgang war erfolgt, als Anleger Teile ihrer Positionen auflösten, berichtet CNBC. Unterstützt wurde diese Entwicklung demnach von einem stärkeren US-Dollar und ersten Hinweisen auf eine Beruhigung der geopolitischen Lage. Auslöser war die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump die geplanten Angriffe auf Irans Energieinfrastruktur zunächst für fünf Tage auszusetzen, heißt es weiter. Diese Pause wurde inzwischen bis zum 6. April verlängert.

Experten sehen Ausverkauf als Chance

Auch Justin Lin, Investmentstratege bei Global X ETFs, vertritt eine optimistische Goldpreis-Prognose für 2026: So gab er in einer E-Mail gegenüber CNBC an, dass er dabei bleibe, dass Gold bis zum Jahresende auf 6.000 US-Dollar pro Unze steigen könnte: "Der Ausverkauf scheint durch eine Kombination aus kurzfristiger Sensibilität gegenüber höheren Zinsen, Portfolioumschichtungen angesichts der Schwäche an den Aktienmärkten und einem gewissen Maß an Selbstzufriedenheit im Hinblick auf den laufenden Konflikt im Iran ausgelöst zu sein." Entscheidend sei, so heißt es weiter, dass seine optimistische Einschätzung nicht von kriegsbedingten Risikoprämien abhänge: "Vielmehr basiert sie auf dem breiteren Hintergrund anhaltender geopolitischer Unsicherheit, fortgesetzter Nachfrage seitens der Zentralbanken und nachhaltiger Zuflüsse von asiatischen Gold-ETF-Anlegern." Laut Angaben von CNBC betont Lin außerdem, dass die strukturelle Nachfrage - vor allem von Zentralbanken in Schwellenländern - den Goldpreis stützt. Er sehe eine "sehr hohe Wahrscheinlichkeit", dass die Zentralbanken ihre Käufe nach dem Ausverkauf erhöhen und so den Markt stabilisieren.

Auch Standard Chartered bleibt optimistisch: "Wir bleiben langfristig konstruktiv für Gold, gestützt durch strukturelle Faktoren wie die starke Nachfrage von Zentralbanken in Schwellenländern und die Diversifikation von Investoren angesichts geopolitischer Risiken", gab Rajat Bhattacharya in einer E-Mail an CNBC an. Die Bank erwarte demnach, dass Gold in den nächsten drei Monaten auf rund 5.375 US-Dollar pro Unze zurückkehrt, mit technischer Unterstützung bei etwa 4.100 US-Dollar. Wie auch Bhattacharya betonte, könnte ein schwächerer US-Dollar als Stabilisierung für den Goldkurs fungieren, heißt es weiter. Die Märkte rechnen damit, dass die US-Notenbank früher oder später die Leitzinsen senken wird, was den US-Dollar tendenziell schwächen und dem Edelmetall Auftrieb verleihen könnte, erklärt CNBC.

Svenja Polonyi, Redaktion finanzen.net

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