Aktien von Tesla & SpaceX im Fokus: Jefferies bringt Fusion ins Spiel

Die Aktien von Tesla und SpaceX stehen am Montag unter besonderer Beobachtung, nachdem sich mehrere Analysten neu zu den Unternehmen geäußert haben.
Werte in diesem Artikel
• Jefferies schraubt Tesla-Kursziel hoch und bringt mögliche Fusion mit SpaceX ins Spiel
• KeyBanc-Analysten sehen bei SpaceX Potenzial durch Starlink, KI-Anwendungen und Marktführerschaft
• SpaceX-Bewertung laut KeyBanc aber ambitioniert
Tesla und SpaceX vor strategischer Annäherung?
Jefferies hat das Kursziel für Tesla erhöht, bleibt aber bei seiner neutralen Einstufung. Analyst Philippe Houchois sieht strategische Vorteile in einer möglichen Fusion mit SpaceX.
Das Analysehaus hat das Kursziel für Tesla von 350 auf 375 US-Dollar angehoben, aber die Einstufung auf "Hold" belassen. Traditionelle Bewertungsmaßstäbe blieben irrelevant, schrieb Philippe Houchois am Sonntag. Er würde eine Verschmelzung mit der jüngst an die Börse gegangen SpaceX - der anderen Firma von Elon Musk - begrüßen. Dafür sprächen zueinander passende Geschäftsvorhaben sowie der Wunsch von Musk, weiter die Kontrolle zu behalten.
KeyBanc nimmt SpaceX-Aktie in die Bewertung auf und sieht Marktführer mit enormem Potenzial
Daneben hat der US-Investmentdienstleister KeyBanc die SpaceX-Aktie in seine Beobachtungsliste aufgenommen und das Unternehmen zunächst mit dem Rating "Sector Weight" eingestuft. Analyst Michael Leshock bescheinigt dem Raumfahrtkonzern laut "Investing.com" zwar eine außergewöhnlich starke Marktposition, sieht das Chancen-Risiko-Verhältnis auf dem aktuellen Bewertungsniveau - SpaceX gehört mit einer Marktkapitalisierung von rund 2,44 Billionen US-Dollar zu den wertollsten Unternehmen der Welt - jedoch als weitgehend ausgeglichen an.
SpaceX sei nach Ansicht von KeyBanc auf Jahre hinaus hervorragend positioniert, um seine führende Rolle im Markt für Raketenstarts sowie in angrenzenden Geschäftsfeldern zu behaupten. Der Vorsprung gegenüber Wettbewerbern sei beträchtlich und werde durch technologische Überlegenheit, operative Erfahrung und eine einzigartige Unternehmensstruktur abgesichert.
Ein entscheidender Wettbewerbsvorteil liege dabei nach Einschätzung der Analysten in der vertikalen Integration des Unternehmens. Anders als viele Konkurrenten entwickelt und produziert SpaceX wesentliche Komponenten seiner Systeme selbst und verfügt zudem über eigene Trägerraketen. Dadurch könne das Unternehmen seine strategische Entwicklung weitgehend unabhängig gestalten und neue Märkte erschließen, die bislang für die Raumfahrtindustrie kaum zugänglich waren.
Starlink als Wachstumsmotor
Eine zentrale Rolle in der Wachstumsstory spielt laut den Analysten weiterhin das Satelliteninternet-Geschäft Starlink. Das Netzwerk entwickelt sich zunehmend zum profitablen Ertragsbringer innerhalb des SpaceX-Konzerns. KeyBanc erwartet insbesondere durch neue Funktionen wie "Direct-to-Cell" sowie deutlich höhere Übertragungsgeschwindigkeiten weiteres Wachstum. Diese Verbesserungen sollen ab der zweiten Hälfte des Jahres 2026 durch die nächste Generation der Starlink-V3-Satelliten ermöglicht werden.
Langfristig sehen die Analysten darüber hinaus auch erhebliches Potenzial im Bereich der künstlichen Intelligenz. Jüngste Vertragsabschlüsse mit den KI-Unternehmen Anthropic und Google werden als wichtige Signale gewertet. Auf noch längere Sicht verweist KeyBanc laut "Investing.com" auch auf mögliche orbitale Rechenzentren.
So reagieren die Aktien von Tesla und SpaceX
Die jüngst rasant an der Börse gestarteten Aktien von SpaceX haben den dritten Tag in Folge unter Gewinnmitnahmen gelitten. Die Papiere des Weltraum- und KI-Unternehmens fielen am Montag an der NASDAQ letztlich um 16,43 Prozent auf 154,60 US-Dollar. Derweil zeigten sich die Papiere von Tesla bei 405,05 US-Dollar 1,14 Prozent höher.
Der Privatkunden-Handel mit SpaceX-Aktien war derweil der stärkste aller Börsengänge der jüngeren Vergangenheit, wie aus Daten von Vanda Research hervorging. Diese zeigten auch, dass Privatanleger in der vergangenen Woche mehr SpaceX-Aktien kauften als alle "Magnificent Seven"-Papiere zusammen. Zu diesen sieben am meisten beachteten Technologie-Unternehmen am US-Aktienmarkt zählen NVIDIA, Apple, Alphabet, Microsoft, Amazon, Meta und Tesla.
Die zunächst fulminante Kursentwicklung nach dem Börsengang von SpaceX am 12. Juni hatte dem Unternehmen zeitweise den Status des viertwertvollsten Unternehmens der Welt beschert. Durch den Kursrutsch aber ist das noch etwa 2,2 Billionen Dollar schwere Weltraum- und KI-Unternehmen mittlerweile auf den siebten Platz zurückgefallen.
Auf den sechsten Platz hat sich der taiwanische Auftragshersteller für Halbleiter TSMC vorgeschoben. Mit einer Marktkapitalisierung von 2,4 Billionen Dollar ist er etwas weniger wert als Amazon. Die Plätze vier bis eins nehmen Microsoft sowie die Platzhirsche Alphabet, Apple und NVIDIA ein.
Mittlerweile melden sich auch immer mehr Analysten zu SpaceX zu Wort. Für Aufmerksamkeit hatte am Donnerstag gesorgt, dass Moody's das Unternehmen mit der Note "BAA1" bewertet hatte. Damit bescheinigte die Ratingagentur dem Unternehme eine im Schnitt gute Bonität (Investment Grade) mit einem nur leichten Kreditrisiko.
Am Montag nun hatte SpaceX bekannt gegeben, erstmals Anleihen mit Investment-Grade-Rating zu verkaufen. Experten werten dies als ein Schritt im Rahmen einer voraussichtlich massiven Kreditaufnahme zur Finanzierung der Ambitionen im Bereich der Künstlichen Intelligenz.
Carolin Ludwig, Claudia Stephan, Julia Walter, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX Broker
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Bildquellen: Scott Olson/Getty Images, SpaceX
