SpaceX-Börsengang wirbelt Raumfahrt-Aktien auf: Rocket Lab, Redwire und AST SpaceMobile auf dem Prüfstand

Der rekordträchtige Börsengang von SpaceX hat Raumfahrt-Aktien zuletzt kräftig bewegt und den gesamten Sektor in den Fokus der Anleger gerückt.
Werte in diesem Artikel
• Raumfahrt-Aktien zwischen Kursverlusten und Aufschwung
• SpaceX-IPO stellt gesamten Sektor ins Rampenlicht
• AST SpaceMobile: BlueBird-Start als nächster Belastungstest
Wie die Rally entstand und wieder endete
Der geplante SpaceX-Börsengang trieb kleinere Branchenwerte wie Redwire, Rocket Lab und AST SpaceMobile seit Mitte Mai mit Kursaufschlägen von teils mehr als 100 Prozent in wenigen Wochen nach oben. Die Logik: Ein IPO des weltweit größten privaten Raumfahrtunternehmens mit einer Bewertung im Billionenbereich würde institutionelle Investoren auf die gesamte Anlageklasse aufmerksam machen. Das klassische Gegenrisiko zeigte sich dann wenig später: Redwire verlor nach einer Jefferies-Abstufung von "Kaufen" auf "Halten" fast 15 Prozent. Rocket Lab sackte zum Monatsanfang ebenfalls über 13 Prozent ab.
Der SpaceX-Börsengang als Wendepunkt
Am 12. Juni startete dann SpaceX unter dem Kürzel SPCX an der NASDAQ. Rocket Lab verlor an diesem Tag rund 10 Prozent, Intuitive Machines 13 Prozent, Redwire 11 Prozent, AST SpaceMobile 15 Prozent. Rocket Lab wird im Zuge der Juni-Neugewichtung in den NASDAQ 100 aufgenommen, zusammen mit Astera Labs, CoreWeave, Nebius Group und Teradyne. Die Indexaufnahme schafft mechanische Kaufnachfrage durch passive Fonds, war am IPO-Tag aber kein ausreichender Puffer gegen die Stimmungsumkehr.
Im Handel am Montag geht es jedoch - zumindest teilweise - wieder nach oben. Für die Papiere von Rocket Lab geht es an der NASDAQ zeitweise um 6,67 Prozent aufwärts auf 109,22 US-Dollar, während Redwire 1,55 Prozent auf 14,89 US-Dollar abgeben und Intuitive Machines 2,71 Prozent auf 25,90 US-Dollar verlieren. Die Anteilsscheine von AST SpaceMobile stiegen zuletzt um 6,15 Prozent auf 87,48 US-Dollar.
AST SpaceMobile mit eigenem Katalysator
Daneben hat AST SpaceMobile auch einen unternehmensspezifischen Treiber. Die BlueBird-Satelliten 8, 9 und 10 sollen am 17. Juni 2026 von Cape Canaveral aus an Bord einer Falcon-9-Rakete starten. Die drei Satelliten sind Teil des Konstellationsaufbaus für ein weltraumgestütztes Mobilfunknetz, das direkt mit herkömmlichen Smartphones kommuniziert.
Zudem bleibt das Bewertungsniveau trotz der zwischenzeitlichen Korrekturen hoch. AST SpaceMobile wird laut CoinCentral mit dem 260-fachen des geschätzten Jahresumsatzes 2026 bewertet, Rocket Lab mit dem 91-fachen, verglichen mit unter dem 20-fachen noch ein Jahr zuvor. Der nächste Belastungstest ist der BlueBird-Start am 17. Juni. Gelingt der Start planmäßig, stärkt das die operative Glaubwürdigkeit des Unternehmens. Verzögerungen dagegen würden die ohnehin angespannte Bewertungsdiskussion erneut anheizen.
Evelyn Schmal, Martina Köhler, Redaktion finanzen.net
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