Erholungstendenzen

Aktien von Intel, Sandisk & Co.: US-Chipwerte nehmen vor der Bilanzsaison wieder Fahrt auf


Aktien von Intel, Sandisk & Co.: US-Chipwerte nehmen vor der Bilanzsaison wieder Fahrt auf

Nach der Erholung in Asien und Europa richten Anleger den Blick nun auf die US-Chipbranche, wo mit Intels Quartalszahlen ein wichtiger Test ansteht.

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  • Intel legt am 23. Juli 2026 seine Zahlen zum zweiten Quartal vor
  • Die Gewinnschätzungen für den US-Technologiesektor wurden kräftig angehoben
  • Sinkender Ölpreis und nachlassende Konjunktursorgen geben Rückenwind
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Nachdem sich Chipwerte in Asien und Europa von der jüngsten Schwächephase erholt haben, rückt nun auch die amerikanische Chipbranche in den Fokus der Anleger. Denn die Erholungswelle scheint die Vereinigten Staaten erreicht zu haben. So legen die Aktien von Intel im NASDAQ-Handel zeitweise 6,06 Prozent auf 102,94 US-Dollar zu. Für die Aktien von Marvell Technology und Arm Holdings geht es unterdessen um 6,55 Prozent auf 207,71 US-Dollar bzw. 4,09 Prozent auf 280,64 US-Dollar nach oben. Größter Profiteur der aktuellen Gemengelage ist Sandisk: Für den Speicherchiphersteller steht stellenweise ein Plus von 9,35 Prozent auf 1.521,01 US-Dollar an der Kurstafel.

Damit bringen sich die US-amerikanischen Chiptitel vor den nächsten Höhepunkten der Berichtssaison augenscheinlich in Stellung. Am 23. Juli 2026 legt Intel seine Zahlen zum zweiten Quartal vor, und seit dem 31. März 2026 wurden die Gewinnschätzungen für den Technologiesektor des S&P 500 so kräftig angehoben wie zuletzt im zweiten Quartal 2021.

Rückenwind durch nachlassende Konjunktursorgen

Gründe für den Stimmungswechsel in der Chip-Branche sind vor allem leicht sinkende Ölpreise und die Aussichten auf eine Feuerpause im Iran-Krieg: Nachdem die Furcht vor einer Eskalation im Nahen Osten die Notierungen für Rohöl der Sorte Brent zuletzt nach oben getrieben hatte, verlieren die Preise nun wieder an Boden. Hintergrund sind Signale, dass sich die Gespräche zwischen den USA und dem Iran entspannen könnten. Ein sinkender Ölpreis nimmt den Inflationsdruck etwas und mindert den Druck in der Debatte um weitere Zinsschritte - eine Entwicklung, von der gerade zinssensible Technologie- und Wachstumswerte besonders profitieren.

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Vor der Bilanz steigen die Erwartungen

Innerhalb des Sektors zählt Intel zu den Werten mit den größten Aufwärtsrevisionen. Die mittlere Gewinnschätzung je Aktie für das zweite Quartal 2026 stieg zwischen dem 31. März und dem 2. Juli 2026 von 0,08 auf 0,21 US-Dollar. Für Anleger bedeutet das vor allem, dass die Messlatte für die anstehenden Quartalsberichte deutlich höher liegt als noch im März, denn ein bloßes Erreichen der bereits angehobenen Prognosen dürfte kaum noch für eine positive Kursreaktion reichen. Auch Marvell, seit dem 22. Juni 2026 Mitglied im S&P 500, zählt zu den Werten, die von der anhaltenden Investitionswelle in Rechenzentren für Künstliche Intelligenz profitieren sollen.

Wedbush erwartet ein starkes Quartal, doch die Marktstimmung entscheidet

Vor der Veröffentlichung am 23. Juli 2026 rechnet Wedbush Securities mit einem deutlichen Ergebnisplus bei Umsatz und Marge. Analyst Matt Bryson sieht beide Werte klar über den bisherigen Erwartungen, warnt aber, dass am Ende weniger die Zahlen selbst als die Reaktion des Gesamtmarkts über den weiteren Kursverlauf entscheiden dürfte. Der eigentliche Test liegt damit nicht in den nackten Kennzahlen, sondern darin, wie eine ohnehin schon optimistische Markterwartung auf das tatsächliche Ergebnis reagiert.

Darauf sollten Anleger achten

Der nächste belastbare Datenpunkt für die gesamte Branche ist der 23. Juli 2026, wenn Intel als einer der ersten großen US-Chipwerte tatsächlich liefern muss. Bestätigt sich dort die Erwartungshaltung aus den Analystenrevisionen, dürfte das dem Erholungsversuch bei Intel, Marvell und Arm Holdings weiteren Rückenwind geben. Verfehlt der Konzern dagegen die bereits hochgeschraubte Messlatte, dürfte die Reaktion an der Börse deutlich schärfer ausfallen als in ruhigeren Quartalen.

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Wer in dieser Phase auf US-Chipwerte setzt, sollte die gestiegenen Erwartungen im Blick behalten, denn je optimistischer die Analystenschätzungen bereits vorab angehoben wurden, desto größer fällt die Enttäuschung bei einem Verfehlen aus.

Benedict Kurschat, Julia Walter, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: Lyao / Shutterstock.com, Michael Vi / Shutterstock.com

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