Aktien von SK hynix und Samsung brechen ein: Schwache US-Vorgaben und Zinsschock belasten
Ein Zinsschock aus den USA erfasst die südkoreanische Börse und reißt ausgerechnet die beiden größten Speicherchip-Hersteller mit nach unten.
Werte in diesem Artikel
- Zinsangst aus den USA erreicht die südkoreanischen Chip-Riesen mit voller Wucht
- Aktien von Samsung Electronics und SK hynix brechen in Seoul heftig ein
- Volatiles Jahr setzt sich fort
Am Mittwoch erlebten die Aktien der südkoreanischen Chip-Riesen Samsung Electronics und SK hynix einen rabenschwarzen Handelstag: Die Titel verloren in Seoul 7,82 Prozent auf 247.500 Won bzw. 9,75 Prozent auf 1.500.000 Won.
Damit brachten die Schwergewichte den südkoreanischen Leitindex KOSPI einmal mehr unter Druck - sogar so sehr, dass die Korea Exchange per Sidecar-Mechanismus zeitweise Programmverkaufsorders stoppte, um die Talfahrt zu bremsen. Auslöser des Ausverkaufs bei den Chip-Riesen war eine Kehrtwende an der Wall Street, verstärkt durch einen kräftigen Anstieg der US-Anleiherenditen.
Zinsschock aus den USA als Auslöser
Der Ausverkauf folgte auf den Einbruch des Philadelphia Semiconductor Index, der am Vortag um 5,6 Prozent nachgab - und damit den schlechtesten Tag seit Anfang Juli erlebte. Micron Technology verlor dabei sieben Prozent, die ADRs von SK hynix sogar über neun Prozent. Verstärkt wurde der Druck durch einen kräftigen Anstieg der US-Anleiherenditen: Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe kletterte im Handelsverlauf zeitweise auf 5,33 Prozent, den höchsten Stand seit 19 Jahren, während die 10-jährige Rendite sich der Marke von 4,72 Prozent näherte.
Höhere Zinsen mindern die Attraktivität teurer Wachstums- und Technologiewerte, zu denen auch die beiden südkoreanischen Speicherchip-Hersteller zählen. Der Ausverkauf griff zudem auf andere regionale Halbleiterwerte über. So geriet auch Japans Nikkei 225 unter Druck. SK hynix und Samsung gelten als die klarsten Marktwetten auf den KI-Speicherboom, insbesondere auf High-Bandwidth-Memory für KI-Rechenzentren, was sie bei Kapitalabflüssen aus dem breiteren KI-Trade besonders anfällig macht.
Volatiles Jahr für südkoreanische Chip-Riesen
Immer wieder erleben die Aktien von Samsung und SK hynix in diesem Jahr teils heftige Kursausschläge, und das in beide Richtungen. Das beeinträchtigt auch den südkoreanischen Leitindex, denn die beiden Werte haben eine enorme Gewichtung im KOSPI: Zusammen stellen sie einen deutlich größeren Anteil an der Indexgewichtung als noch vor einem Jahr, wodurch jede Bewegung bei SK hynix oder Samsung den Gesamtindex spürbar mitzieht. Hinzu kommt die enge Kopplung an die weltweite Nachfrage nach KI-Speicherchips und an die Stimmung rund um US-Technologiewerte, die sich zuletzt mehrfach binnen Tagen drehte. Der KOSPI löste allein in diesem Jahr bereits häufiger Sidecar-Stopps aus als während der Finanzkrise 2008. Für Anleger bleibt damit dieselbe Kernfrage wie bei den vorherigen Rückschlägen: ob sich der Ausverkauf als Verschnaufpause im KI-Boom erweist oder als Vorbote einer längeren Konsolidierung.
SK hynix kauft für Milliarden Aktien zurück
Abseits der heftigen Verluste an der Börse plant SK hynix Aktienrückkäufe in Milliardenhöhe. Das Unternehmen kündigte am Mittwoch ein Programm im Volumen von 40 Billionen Won (gut 24 Mrd Euro) an. Im Zeitraum vom 20. August bis zum 19. November sollen bis zu 24 Millionen eigene Aktien zurückgekauft werden, teilte SK hynix mit. Der Aktienkurs machte daraufhin nachbörslich Verluste aus dem Hauptgeschäft wett.
Benedict Kurschat, Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX
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