Kisunla

Eli Lilly-Aktie stabil: EMA empfiehlt Zulassung von weiterem Alzheimer-Medikament


Eli Lilly-Aktie stabil: EMA empfiehlt Zulassung von weiterem Alzheimer-Medikament

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat den Weg für ein weiteres Medikament gegen Alzheimer frei gemacht.

Werte in diesem Artikel
Aktien

1,030.00 EUR -6.60 EUR -0.64 %

Nach einer erneuten Prüfung werde eine EU-Marktzulassung für den Antikörper Donanemab zur Behandlung der Krankheit in der Frühphase empfohlen, teilte der EMA-Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) in Amsterdam mit.

Werbung

Allein in Deutschland leiden schätzungsweise 1,2 Millionen Menschen an Alzheimer, allerdings kommt der Wirkstoff Schätzungen zufolge nur für etwa zehn Prozent von ihnen infrage. Das Medikament kann Alzheimer weder stoppen noch heilen, sondern nur den Verlauf der Krankheit im Frühstadium etwas verlangsamen.

Zweiter Antikörper-Wirkstoff in der EU

Ob und wann Donanemab in der Europäischen Union verwendet werden darf, entscheidet nun die EU-Kommission in Brüssel. In den USA, Japan, China und Großbritannien ist der Wirkstoff unter dem Produktnamen Kisunla des Herstellers Eli Lilly bereits zugelassen.

Sollte Brüssel der EMA-Empfehlung folgen, wäre Donanemab der zweite in der Europäischen Union zugelassene Antikörper-Wirkstoff gegen Alzheimer. Erst im April hatte die EU-Kommission das ähnlich strukturierte Medikament Lecanemab (Handelsnamen Leqembi) unter strengen Auflagen zugelassen.

Werbung

Bis ein halbes Jahr Verlangsamung des Krankheitsverlaufs

Beide Präparate arbeiten im Grunde ähnlich: Der Antikörper richtet sich gegen Amyloid-Ablagerungen im Gehirn und soll dadurch den Verlauf der Krankheit im frühen Stadium verlangsamen. Donanemab entferne diese Ablagerungen sogar noch etwas deutlicher als Lecanemab, sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), Peter Berlit, der Deutschen Presse-Agentur. Der Antikörper könne das Voranschreiten der Krankheit um bis ein halbes Jahr verlangsamen. "Das ist natürlich für Personen, die eine ganz früh beginnende Alzheimer-Demenz haben, ein wichtiger Zeitraum."

Allerdings nützt diese Behandlung lediglich zu Beginn der Krankheit: "Wir wissen, dass diese Antikörper nur in den ganz, ganz frühen Stadien der Erkrankungen helfen, wenn es nur leichte kognitive Einschränkungen gibt", erläutert der Experte. Sprich: Zu diesem frühen Zeitpunkt müsse schon festgestellt sein, dass es Alzheimer ist - und nicht etwa eine vaskuläre Demenz oder eine beginnende Parkinson-Krankheit.

Nur wenige Tausende kommen infrage

Ähnlich wie Lecanemab kommt auch Donanemab nach Angaben der EMA-Experten zudem nur für einen bestimmten Personenkreis infrage: Die Betroffenen dürfen höchstens eine Kopie des ApoE4-Gens haben, das die Informationen zum Bau des Proteins Apolipoprotein E trägt.

Werbung

Dieser genetische Marker komme bei Alzheimer-Betroffenen gehäuft vor, erläutert Berlit. Studien zeigten, dass als Nebenwirkungen der Antikörper Schwellungen oder Blutungen im Gehirn entstehen können - "vor allem Menschen, die bei diesem ApoE-Gen eine oder zwei Kopien haben", so Berlit. "Wenn man gar keine Kopie hat, ist das Risiko der Komplikationen bei solchen Therapien verschwindend gering." Mit einer Kopie des Gens sei das Risiko noch vertretbar, mit zwei Kopien jedoch nicht mehr.

Zulassungskriterien wurden verschärft

Donanemab erhielt nach einer anfänglichen Ablehnung nun doch die Empfehlung zur Zulassung. "Bei der ersten Bewertung durch die EMA waren die Fachleute zum Schluss gekommen, dass das Risiko von diesen Ödem-Bildungen und Blutungen im Gehirn zu hoch sei" im Vergleich zum Nutzen, erklärte Berlit. Nun wurde die Zulassungsregelung verschärft, unter anderem mit dem Ausschluss bestimmter ApoE4-Träger und der Nachweispflicht, dass bei einer Magnetresonanztomographie (MRT) etwa keine Gefäßverengungen gefunden wurden. Nach DGN-Schätzungen dürften nur rund 10 Prozent der 1,2 Millionen Betroffenen in Deutschland für diese Behandlung infrage kommen.

Eine Therapie mit Kisunla sollte von Ärzten durchgeführt werden, die Erfahrung in der Diagnose und Behandlung der Alzheimer-Krankheit und stets Zugang zu MRT hätten, erläutert die EMA. Zudem sollte das Mittel unter Aufsicht eines multidisziplinären Teams verabreicht werden. Diese solle in der Erkennung, Überwachung und Behandlung von Anomalien im Hirn geschult sein.

Die Eli Lilly-Aktie notiert an der NYSE zeitweise 0,05 Prozent tiefer bei 805,00 US-Dollar.

/pau/DP/nas

AMSTERDAM/BERLIN (dpa-AFX)

Bildquellen: Katherine Welles /Shutterstock.com, Jonathan Weiss / Shutterstock.com

Aktuelle Eli Lilly Aktie News

Werbung

Eli Lilly Analysen

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Eli Lilly nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
Datum Rating Analyst
04.02.26 Eli Lilly Buy Goldman Sachs Group Inc.
20.12.24 Eli Lilly Buy Jefferies & Company Inc.
31.10.24 Eli Lilly Buy Jefferies & Company Inc.
13.02.24 Eli Lilly and Buy Jefferies & Company Inc.
05.10.18 Eli Lilly and Outperform BMO Capital Markets

Information


Die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit werden für Finanzinstrumente von der Finanzen.net Zero GmbH als vertraglich gebundener Vermittler der DonauCapital Wertpapier GmbH (§ 3 Abs. 2 WpIG) bereitgestellt; bei Kryptowerten werden die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit ausschließlich von der DonauCapital Wertpapier GmbH bereitgestellt. Die Finanzen.net GmbH stellt ausschließlich den technischen Rahmen bereit und ist in die Wertpapier- und Kryptodienstleistung nicht einbezogen.