MÄRKTE EUROPA/Börsen drehen mit sinkenden Renditen und vor Nvidia ins Plus

20.05.26 13:49 Uhr

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DOW JONES--Die europäischen Börsen drehen bis Mittwochmittag ins Plus. Stützend wirken der nachgebende Ölpreis sowie die von Mehrjahreshochs zurückkommenden Renditen bei Anleihen. Ölpreis der Sorte Brent gibt um mehr als 2 Prozent auf 108,82 Dollar das Fass nach. Geopolitisch bleibt die Lage indes angespannt, das Schlagzeilenrisiko mithin hoch. Als extrem wichtig für den Technologiesektor, aber auch für den Gesamtmarkt, gilt die Geschäftsentwicklung von Nvidia. Der Chiphersteller legt nach Handelsschluss in den USA seine Geschäftszahlen vor. Nvidia, deren Chips für das Training von KI-Systemen von größter Bedeutung sind, hat Benchmarktcharakter für die gesamte KI-Branche.

Der DAX gewinnt 0,5 Prozent auf 24.529 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es um 0,8 Prozent auf 5.897 nach oben. An den Anleihemärkten geht es mit den Renditen nach unten, ein Zeichen der Entspannnung, genauso wie der fallende Ölpreis. Der Euro gibt leicht nach auf 1,1596 Dollar.

Derweil steht nun der Zoll-Deal zwischen der EU und den USA. Damit könnte es zumindest von dieser Seite ruhiger werden, für Marktstratege Thomas Altmann von QC Partner ist die Zolldrohung von US-Präsident Donald Trump vom Tisch. "Die Märkte sind damit zumindest um einen Risikofaktor ärmer geworden". Diese Einigung werde sicherlich kein Kursfeuerwerk auslösen. Umgekehrt hätten neue Zölle aber für eine Verkaufswelle sorgen können.

Die Berichtssaison in Europa hat den Höhepunkt hinter sich, momentan ist die Saison der Hauptversammlungen. Dabei wird es am Mittwoch in Wiesbaden spannend, denn hier hat die Commerzbank zur Präsenzveranstaltung in den RheinMain-CongressCenter geladen. Ex-Dividende werden in Deutschland unter anderem die Aktien von Jungheinrich und Ottobock gehandelt. Nach dem gestrigen Abverkauf erholt sich das Ottobock-Papier (+1,1%) deutlich - optisch gebremst nur durch den Dividenabschlag. Die Gesellschaft erwägt rechtliche Schritte gegen den Leerverkäufer Grizzly, dessen kritischer Bericht am Dienstag zu dem Kurssturz der Aktie des Prothesenherstellers geführt hatte. Der Bericht sei "verleumderisch und in hohem Maße irreführend". Grizzly hatte Ottobock eine "aggressive Bilanzierungsmetrik" vorgeworfen.

Europäische Halbleiteraktien steigen im Vorfeld der Veröffentlichung der Erstquartalszahlen von Nvidia. ASML - Europas wertvollstes Unternehmen - springt um 3,5 Prozent, während die niederländischen Konkurrenten BE Semiconductor und ASM International um 2,8 Prozent bzw. 2,7 Prozent zulegen. Die Analog-Chiphersteller Infineon und STMicroelectronics gewinnen 2,6 Prozent bzw. 5,1 Prozent. Der KI-Zulieferer Siemens Energy liegt 2,5 Prozent fester im Markt. Dagegen gehen SAP nach der jüngsten Erholung die Puste aus, die Aktie fällt 1,6 Prozent zurück.

Marks & Spencer (+3,3%) habe im Geschäftsjahr trotz eines Cyberangriffs ein starkes Gewinnwachstum verzeichnet, so Analysten von Robinhood, insbesondere im Lebensmittelbereich. Dieser sei zum Anker des Unternehmens geworden und habe echte Marktanteilsgewinne verzeichnet, fügen sie hinzu.

Die Geschäftszahlen von Euronext (+5,5%) für das erste Quartal 2026 stufen die Analysten von Jefferies als eine meisterhafte Leistung ein. Die Umsätze liegen 3 Prozent über den Erwartungen, die bereinigten operativen Kosten liegen 2 darunter und das bereinigte EBITDA übertrifft die Prognosen um 6 Prozent bei einer Marge von 65 Prozent. Der ATHEX-Deal habe schon immer nach gutem Timing ausgesehen, entwickele sich nun aber zu einem wahren Segen, heißt es weiter.

Nach anfänglichen Verlusten notiert die Aktie von Renk 5,6 Prozent auf 48,83 Euro im Plus. Laut MWB hat KNDS Renk-Anteile zum Kurs von 44,95 Euro je Aktie platziert. Im Handel heißt es dazu, auch wenn die Platzierung kurzfristig belaste, sei sie mittelfristig positiv zu werten. Denn damit sinke die Option eines Aktienüberhanges, zudem steige der Streubesitz.

Aber auch bei der Aktie von Springer Nature (-4,5%) soll es eine Platzierung gegeben haben. Hier soll sich nach Aussage eines Aktienhändlers BC Partners von rund 4,9 Millionen Aktien getrennt haben. Mittelfristig dürfte die verbesserte Liquidität den Bewertungsabschlag ausgleichen, heißt es.

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INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD

Euro-Stoxx-50 5.897,05 +0,8 45,89 5.851,16 1,8

Stoxx-50 5.110,40 +0,5 26,55 5.083,85 3,9

DAX 24.529,31 +0,5 128,66 24.400,65 0,2

MDAX 31.541,75 +0,7 210,04 27.039,42 3,0

TecDAX 3.926,38 +0,7 25,34 3.091,28 8,4

SDAX 18.330,03 +0,4 75,90 13.062,07 6,7

FTSE 10.350,25 +0,2 19,70 10.330,55 4,2

CAC 8.030,05 +0,6 48,29 7.981,76 -1,5

SMI 13.347,92 -0,1 -16,88 13.364,80 0,6

ATX 5.885,83 +0,8 48,91 5.836,92 10,5

DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:15 Uhr

EUR/USD 1,1602 -0,0 -0,0002 1,1604 1,1594

EUR/JPY 184,46 -0,1 -0,1300 184,59 184,4700

EUR/CHF 0,9164 +0,1 0,0008 0,9156 0,9161

EUR/GBP 0,8656 -0,1 -0,0006 0,8662 0,8657

USD/JPY 158,96 -0,1 -0,0800 159,04 159,1000

GBP/USD 1,3401 +0,1 0,0008 1,3393 1,3390

USD/CNY 6,8022 -0,2 -0,0122 6,8144 6,8158

USD/CNH 6,8057 -0,2 -0,0101 6,8158 6,8190

AUS/USD 0,713 +0,3 0,0021 0,7109 0,7084

Bitcoin/USD 77.354,89 +0,5 375,35 76.979,54 76.592,27

ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

WTI/Nymex 102,27 -1,8 -1,88 104,15

Brent/ICE 108,9 -2,1 -2,38 111,28

Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

Gold 4.496,42 +0,3 15,14 4.481,28

Silber 75,74 +2,6 1,91 73,83

Platin 1.939,54 +0,9 17,19 1.922,35

(Angaben ohne Gewähr)

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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