MÄRKTE USA/Aktienanleger gehen vor Powell-Rede in Deckung
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NEW YORK (Dow Jones)--Kurz vor der mit Spannung erwarteten Rede von US-Notenbankchef Jerome Powell auf dem Notenbankertreffen in Jackson Hole scheint Anlegern an der Wall Street etwas der Mut zu verlassen. Hatten am Vortag positiv aufgenommene Konjunkturdaten noch für Kauflaune gesorgt, deutet der Aktienterminmarkt am Freitag etwas leichtere Eröffnungskurse am Kassamarkt an. Der Volatilitätsindex, auch "Angstbarometer" genannt, steigt dagegen.
Es gilt als ausgemachte Sache, dass sich Powell falkenhaft äußern wird. Ob dies für die nächste Zinssitzung im September gilt - oder vielleicht für den kompletten Zinszyklus, daran scheiden sich die Geister noch. Denn es gibt bereits Stimmen, die für 2023 mit Zinssenkungen rechnen, diese könnten von Powell enttäuscht werden.
Auch die Frage über die Höhe des nächsten Zinsschrittes, 50 oder 75 Basispunkte, ist noch offen. Daher steigen Nervosität und Abgabebereitschaft vor der Rede. "Sie werden nicht als die Zentralbank in Erinnerung bleiben wollen, die die Inflation verfehlt oder sogar angeheizt hat. Er wird hart bleiben", sagt Marktstratege Brian O'Reilly von Mediolanum International Funds. Gleichwohl erwartet er eine Argumentation für einen Zinsschritt von 50 Basispunkten im September.
Die persönlichen Einkommen und Ausgaben der US-Bürger fielen im Juli schwach aus, wichtiger ist aber der Rückgang des PCE-Preisindexes auf Monatssicht. Er könnte die Diskussion befeuern, ob die US-Inflation ihr Hoch gesehen hat, was Auswirkungen auf die Zinserwartungen des Marktes hätte.
Dollar mit Potenzial
Der Dollar neigt leicht zur Schwäche, der Dollarindex sinkt um 0,1 Prozent. Sollte Powell den weiteren Zinspfad der Fed von Daten abhängig machen, könnte das den Greenback kurzfristig bremsen, heißt es bei den Devisenanalysten der ING. Sie machen aber grundsätzlich Potenzial aus.
Am Rentenmarkt fallen die Notierungen und hieven die Renditen nach oben. Doch gerade am kurzen Ende des Marktes, der besonders sensibel auf Zinsspekulationen reagiert, sinkt die Rendite. Bei den zweijährigen US-Anleihen gebe es eine Häufung von Leerverkaufspositionen und damit Wetten auf sinkende Kurse. Hier könnte mit der Powell-Rede Bewegung in den Markt kommen, heißt es.
Nach der Schwäche des Vortages erholen sich die Erdölpreise. Der Markt schwanke zwischen einer möglichen Nachfrageschwäche wegen der drohenden Rezession in vielen Wirtschaftsräumen einerseits und einer möglichen Angebotsverknappung durch Förderkürzungen durch dasKartell Opec+.
Die Aussicht auf falkenhafte Äußerungen von Powell belastet den Goldpreis - begünstigt durch bereits steigende Marktzinsen. ABN Amro zum Beispiel hat ihre Preisvorhersagen zum Jahresende deutlich gesenkt.
Dell unter Druck
Unter den Einzelaktien geben Dell Technologies vorbörslich 5 Prozent nach. Der Computerhersteller hat im zweiten Quartal Umsatz und Nettogewinn unter den Markterwartungen vorgelegt.
Workday rücken um 10,6 Prozent vor, nachdem der Hersteller von Unternehmenssoftware für das zweite Quartal höhere Umsätze und Abonnementeinnahmen erzielt hat. Laut Unternehmen soll die Dynamik im dritten Quartal anhalten.
Für die Aktie von Ulta Beauty geht es um 3,1 Prozent nach oben. Die Kosmetikkette hat für das zweite Quartal einen Umsatz und bereinigten Gewinn über den Erwartungen der Analysten berichtet.
GAP steigen um 6,4 Prozent. Der Bekleidungseinzelhändler hat im zweiten Quartal bei rückläufigem Erlös einen Verlust eingefahren. Analysten hatten jedoch mit einem höheren Minus gerechnet. Auf bereinigter Basis wurde unerwartet ein Gewinn verbucht.
Affirm Holdings knicken um 11,8 Prozent ein. Der Finanzdienstleister hat im vierten Geschäftsquartal einen höheren Fehlbetrag ausgewiesen. Der Ausblick blieb zudem hinter den Markterwartungen zurück.
Marvell Technology fielen um 3,6 Prozent, der Technologiekonzern enttäuschte mit Umsatz für Rechenzentren.
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US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 3,37 -1,6 3,39 264,2
5 Jahre 3,17 +1,4 3,16 191,1
7 Jahre 3,13 +2,1 3,11 169,0
10 Jahre 3,06 +3,2 3,03 154,9
30 Jahre 3,28 +4,2 3,24 138,4
DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 8:09 Uhr Do, 17:30h % YTD
EUR/USD 1,0019 +0,4% 0,9963 0,9969 -11,9%
EUR/JPY 136,98 +0,6% 136,35 136,26 +4,7%
EUR/CHF 0,9650 +0,4% 0,9605 1,0370 -7,0%
EUR/GBP 0,8464 +0,4% 0,8440 0,8435 +0,7%
USD/JPY 136,70 +0,2% 136,86 136,71 +18,8%
GBP/USD 1,1839 +0,0% 1,1805 1,1816 -12,5%
USD/CNH (Offshore) 6,8638 +0,1% 6,8677 6,8528 +8,0%
Bitcoin
BTC/USD 21.526,07 -0,3% 21.405,44 21.524,55 -53,4%
ROHÖL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 92,85 92,52 +0,4% +0,33 +30,8%
Brent/ICE 100,19 99,34 +0,9% +0,85 +34,5%
GAS VT-Settlem. +/- EUR
Dutch TTF 317,00 321,41 -1,4% -4,42 +412,5%
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.748,30 1.758,94 -0,6% -10,65 -4,4%
Silber (Spot) 19,34 19,31 +0,1% +0,03 -17,0%
Platin (Spot) 881,53 886,50 -0,6% -4,98 -9,2%
Kupfer-Future 3,77 3,70 +1,9% +0,07 -15,0%
YTD zu Vortagsschluss
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/DJN/flf/smh
(END) Dow Jones Newswires
August 26, 2022 08:54 ET (12:54 GMT)
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