Gold-ETC

Amundi Physical Gold: Erst seit Mai 2019 am Markt und trotzdem auf Augenhöhe mit den beiden größten Namen in diesem Segment

17.07.26 14:00 Uhr

Amundi Physical Gold ETC (C) (FR0013416716) im Check: Kosten, Rendite und Vergleich zu physischem Gold | finanzen.net

Der Gold-ETF ist preislich auf Augenhöhe mit den beiden größten Namen in diesem Segment und lieferte zuletzt eine Rendite, die sogar den breiten Weltaktienindex hinter sich ließ.

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Erst seit Mai 2019 am Markt, hat dieser ETC bereits ein Fondsvolumen von 9,4 Milliarden Euro aufgebaut und liegt bei den Kosten gleichauf mit den beiden größten Wettbewerbern.
  • In den vergangenen drei und fünf Jahren hat Gold den breiten Weltaktienindex deutlich hinter sich gelassen.
  • Der maximale Kursrücksetzer der vergangenen fünf Jahre fiel bei Gold nur minimal höher aus als bei Aktien, obwohl der Goldpreis von Tag zu Tag deutlich stärker schwankt.

Was der Amundi Physical Gold ETC abbildet, und wie er sich von physischem Gold unterscheidet

Der Amundi Physical Gold ETC (C) bildet die Wertentwicklung des Goldpreises nach, genauer den offiziellen LBMA Gold Price. Der ETC ist vollständig durch physisch hinterlegtes Gold gedeckt, das bei der HSBC Bank als Verwahrstelle liegt, wobei jeder einzelne Goldbarren separat identifiziert und zugeordnet ist. Wer diesen ETC kauft, erwirbt also wirtschaftlich einen Anteil an real existierendem, eingelagertem Gold, ohne es selbst physisch besitzen zu müssen. Genau darin liegt der zentrale Unterschied zum Kauf von Münzen oder Barren beim Händler. Der ETC lässt sich wie eine Aktie über die Börse handeln, ist in kleinen Beträgen teilbar und damit auch sparplanfähig, verursacht keine Kosten für Tresor, Versicherung oder sicheren Transport, und der Spread zwischen An- und Verkaufspreis fällt in der Regel deutlich geringer aus als beim Münz- oder Barrenhandel. Physisches Gold im eigenen Besitz bietet dafür einen Vorteil, den ein ETC grundsätzlich nicht bieten kann: die vollständige Unabhängigkeit vom Finanzsystem, ohne Verwahrstelle, Börse oder Depotbank dazwischen, was für manche Anleger gerade in Extremszenarien ein entscheidendes Kriterium ist. Bei den laufenden Kosten liegt der Fonds mit 0,12 Prozent pro Jahr gleichauf mit den beiden nach Fondsvolumen größten Wettbewerbern, dem iShares Physical Gold ETC und dem Invesco Physical Gold ETC, und günstiger als etwa der WisdomTree Physical Gold mit 0,39 Prozent. Mit einem Fondsvolumen von 9,4 Milliarden Euro hat der erst im Mai 2019 aufgelegte Fonds in wenigen Jahren zum viertgrößten Anbieter in diesem Marktsegment aufgeschlossen.

Warum Gold 2024 und 2025 so stark zulegte, und weshalb es 2026 bislang schwächelt

2024 legte der Goldpreis um 34,49 Prozent zu, 2025 sogar um 45,71 Prozent, eines der stärksten Goldjahre der Geschichte, übertroffen in der bisherigen Historie nur drei Mal, jeweils in den 1970er-Jahren. Mehrere Faktoren wirkten dabei zusammen: Die US-Notenbank senkte im Jahresverlauf 2025 mehrfach die Leitzinsen, was zinslos gehaltenes Gold im Vergleich zu verzinsten Anlagen attraktiver machte, gleichzeitig kauften Notenbanken weltweit in großem Stil Gold für ihre Währungsreserven, um sich unabhängiger vom US-Dollar zu machen. Hinzu kam anhaltende geopolitische Unsicherheit, die die klassische Rolle von Gold als sicherer Hafen stärkte. Im laufenden Jahr 2026 zeigt sich dagegen ein deutlich schwächeres Bild mit einem Minus von 4,41 Prozent. Nachdem der Goldpreis Ende Januar 2026 ein neues Rekordhoch erreicht hatte, kam es zu einer spürbaren Korrektur, ausgelöst durch veränderte Erwartungen an die US-Zinspolitik, die sich von erwarteten weiteren Senkungen hin zu einer möglicherweise strafferen Linie verschoben haben, verbunden mit einem zeitweise festeren US-Dollar und nachlassenden Zuflüssen in goldgedeckte Fonds. Die meisten großen Analysehäuser stufen diese Korrektur bislang als normale Konsolidierung nach einer außergewöhnlich starken Rally ein und nicht als grundsätzliche Trendwende, auch wenn einzelne Kursziele für 2026 zuletzt leicht nach unten angepasst wurden.

Warum Gold zuletzt sogar den Weltaktienmarkt schlug

Über drei und über fünf Jahre hat dieser ETC einen breiten Weltaktienindex wie den iShares Core MSCI World UCITS ETF deutlich hinter sich gelassen. Über drei Jahre stehen 100,69 Prozent beim Gold-ETC einem Plus von 65,07 Prozent beim Welt-ETF gegenüber, über fünf Jahre 125,52 Prozent gegenüber 79,20 Prozent. Diese Outperformance erklärt sich aus der seltenen Kombination mehrerer für Gold besonders günstiger Faktoren innerhalb dieses Zeitraums: sinkende Zinsen, hohe geopolitische Unsicherheit und beispiellose Notenbank-Käufe, die gleichzeitig auftraten, während Aktien zwar ebenfalls gut liefen, aber eben nicht in diesem Ausmaß. Für Anleger ist dabei wichtig, das nicht als Regel misszuverstehen: Über sehr lange Zeiträume von mehreren Jahrzehnten haben Aktien Gold historisch meist geschlagen, da Unternehmen im Gegensatz zu Gold Gewinne erwirtschaften und diese reinvestieren oder ausschütten können. Die jüngste Outperformance von Gold ist eher die Ausnahme einer besonderen Marktphase als ein verlässliches, sich wiederholendes Muster.

Höhere Schwankung, aber ein überraschend ähnlicher maximaler Verlust

Bei der Volatilität liegt der Gold-ETC mit 24,06 Prozent über ein Jahr deutlich über den 10,47 Prozent des Welt-ETFs, Gold schwankt also von Tag zu Tag spürbar stärker. Beim maximalen Verlust der vergangenen fünf Jahre zeigt sich dagegen ein überraschend ähnliches Bild: minus 22,83 Prozent beim Gold-ETC gegenüber minus 20,45 Prozent beim Welt-ETF, ein nur geringfügiger Unterschied. Obwohl Gold also kurzfristig stärker schwankt, hat es in den vergangenen Jahren keinen dramatischeren Einbruch erlebt als der breite Aktienmarkt. Das liegt vor allem daran, dass Gold sich häufig unabhängig von oder sogar entgegengesetzt zu Aktienmärkten entwickelt, gerade in Krisenphasen, in denen Aktien fallen, wird Gold oft verstärkt nachgefragt. Genau dieser Diversifikationseffekt ist der eigentliche Kern des Arguments für Gold im Depot, weniger die reine Renditeaussicht.

Vor- und Nachteile im Überblick: Für wen sich dieser Gold-ETC eignet

Als Vorteile dieses ETCs stehen die einfache, börsentägliche Handelbarkeit, die niedrigen laufenden Kosten auf Augenhöhe mit den Marktführern, der Verzicht auf Lagerung und Versicherung sowie die physische Deckung durch real existierendes, zugeordnetes Gold. Als Nachteile bleiben der Verzicht auf den eigenen physischen Besitz, eine mögliche abweichende steuerliche Behandlung im Vergleich zu privat gehaltenem Gold sowie die grundsätzliche Tatsache, dass Gold selbst keine laufenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden abwirft. Der Fonds eignet sich vor allem als Beimischung zur Diversifikation eines bereits aus Aktien und Anleihen bestehenden Depots, für Anleger, die eine unkomplizierte, börsengehandelte Möglichkeit suchen, um sich gegen geopolitische Unsicherheit oder eine mögliche Abwertung von Währungen abzusichern. Wer dagegen kurzfristig auf eine Fortsetzung der außergewöhnlich starken Gewinne der Jahre 2024 und 2025 spekuliert, sollte sich der aktuellen Konsolidierungsphase sowie der grundsätzlich hohen Schwankungsbreite von Gold bewusst sein. Ein mittel- bis langfristiger Anlagehorizont sowie eine überschaubare, ergänzende statt zentrale Rolle im Depot sind für dieses Investment sinnvoll.

Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Auch Gold unterliegt Kursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich. Die steuerliche Behandlung kann sich ändern und im Einzelfall unterscheiden, betroffene Anleger sollten sich hierzu von einem Steuerberater beraten lassen.

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