Stabilus: Prognosekorrektur schlägt ins Kontor
SmartCaps ist ein Angebot des redaktionellen Partners StockXperts.
finanzen.net GmbH ist für die Inhalte dieses Artikels nicht verantwortlich.

Stabilus meldete für sein drittes Geschäftsquartal ein mehr als verdoppeltes Betriebsergebnis und schlägt in allen wichtigen operativen Kennzahlen die Analystenschätzungen. Trotzdem verliert die Aktie zweistellig.
Stabilus hat Zahlen für das dritte Quartal des bis Ende September laufenden Geschäftsjahres vorgelegt, die auf den ersten Blick überzeugend wirken: Das EBIT sprang von 24,8 Mio. Euro im Vorjahr auf 66,1 Mio. Euro, das Periodenergebnis von 10,1 auf 51,4 Mio. Euro. Grund dafür war ein Buchgewinn von rund 44 Mio. Euro aus dem Verkauf der Töchter Fabreeka und Tech Products. Operativ fällt das Bild nüchterner aus: Der Umsatz sank von 316 auf 299,5 Mio. Euro, das bereinigte EBIT von 33,1 auf 32,2 Mio. Euro.
Die gute Nachricht war die Marge. Sie stieg trotz sinkender Erlöse von 10,5 auf 10,8 Prozent und lag ebenso wie der Umsatz und das bereinigte Ergebnis über der Konsensschätzung. Das laufende Sparprogramm greift also. Schwächer fiel hingegen der bereinigte Free Cashflow aus, der von 33,3 auf 28,6 Mio. Euro zurückging. Stabilus führte dies auf Veränderungen beim Nettoumlaufvermögen zurück.
Der Grund für den Kursrutsch
Bewegt hat die Aktie aber vor allem die Konkretisierung der Jahresprognose. Erwartet werden nun rund 1,15 Mrd. Euro Umsatz, eine bereinigte EBIT-Marge von etwa 10 Prozent und ein bereinigter freier Mittelzufluss von rund 90 Mio. Euro. Formal liegen diese Werte weiterhin innerhalb der bisherigen Spannen von 1,1 bis 1,3 Mrd. Euro beziehungsweise 10 bis 12 Prozent. Praktisch bedeutet die Konkretisierung jedoch eine Festlegung auf das untere Ende. Rechnerisch bleiben für das Schlussquartal nur noch etwa 255 Mio. Euro Umsatz, nach 299,5 Mio. Euro im dritten Quartal. Ein Boden im Autozyklus ist damit noch nicht in Sicht.
Erschwerend kommt die Verschuldung hinzu. Die Nettoverschuldung liegt bei mehr als 600 Mio. Euro. Setzt man diesen Betrag ins Verhältnis zu dem, was der Konzern innerhalb eines Jahres operativ erwirtschaftet, würde es knapp drei Jahre dauern, um ihn vollständig zu tilgen. Das ist viel für einen Zulieferer, dessen Geschäft von der Autokonjunktur abhängt. Das Management will die entsprechende Ratio mittelfristig auf 1 senken. Deshalb soll auch der Erlös aus dem Verkauf der beiden Töchter in den Schuldenabbau fließen.
Charttechnik: Das Band ist gebrochen
Die Orientierung der Prognose am unteren Ende der bisherigen Spannen hat an der Börse einen deutlichen Schwächeanfall ausgelöst. In der Folge wurde die seit April bestehende Seitwärtsspanne zwischen rund 15 und 20 Euro nach unten aufgelöst. Alle drei gleitenden Durchschnitte sind abwärtsgerichtet, was zusätzlich belastet.
Aus dieser Konstellation heraus erscheint aktuell kein Engagement angezeigt, auch keine Schnäppchenjagd. Der ausführliche Quartalsbericht am 3. August müsste zeigen, wie sich Auftragseingang und Verschuldung nach dem Verkauf entwickelt haben. Geht es hier in die richtige Richtung, wäre ein Rebound sicherlich nicht ausgeschlossen. Vorerst empfiehlt es sich jedoch, an der Seitenlinie zu bleiben.
Einen wichtigen Erfolg konnte derweil Pentixapharm vermelden. Denn die große Kapitalerhöhung ist auf eine gute Resonanz gestoßen, wodurch die Finanzierung einer großen Phase-3-Studie, des derzeit zentralen Werttreibers der Aktie, gesichert ist: zum Artikel
Gute News gab es zudem von Salzgitter, was der Aktie den entscheidenden Schub beim Angriff auf neue Höchsstände geben könnte: zum Artikel
Autoren: Die SmartCaps-Redaktion. Über uns: Das Team von SmartCaps zählt seit mehr als zwei Jahrzehnten mit dem „Anlegerbrief“ zu den erfolgreichsten Nebenwerteinvestoren in Deutschland. Das Musterdepot des Anlegerbriefs hat seit 1999 eine Rendite von mehr als 3.520 Prozent oder 14,2 Prozent p.a. (Stand: 11.07.26) erzielt. Mehr dazu finden Sie hier.
Erstellung am 23.07.26 um 13:47 Uhr.
Bitte beachten Sie auch unsere Informationen zur SmartCaps-Redaktion, insbesondere zu Arbeitsmethoden und zu potenziellen Interessenkonflikten, sowie unseren Disclaimer/Haftungsausschluss: zum Artikel