SpaceX-Optionen starten

Aktie erstmals im Minus: SpaceX-Optionen debütieren - Stratege warnt vor teuren Wetten

17.06.26 22:04 Uhr

Optionskontrakte auf NASDAQ-Aktie SpaceX: Handelsstart sorgt für volatile Preissignale | finanzen.net

Der Start der Optionskontrakte auf die SpaceX-Aktie zieht immense Aufmerksamkeit auf sich. Doch ein Marktstratege warnt vor gefährlichen Extremrisiken.

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• Handelsstart der SpaceX-Optionen zeigt nach dem IPO eine sehr weite Spanne an Wetten
• Marktstratege identifiziert hochpreisige Optionsprämien als Anzeichen für riskante Positionen
• Eingepreiste Wahrscheinlichkeiten signalisieren extreme Kursschwankungen in beide Richtungen

Optionsdebüt nach dem IPO: SpaceX bewegt den Terminmarkt

Die neu eingeführten Optionskontrakte auf das Raumfahrtunternehmen SpaceX haben an den US-Terminbörsen ein vielbeachtetes Handelsdebüt vollzogen. Nach dem jüngsten Börsengang des Technologiekonzerns stehen den Marktteilnehmern nun erstmals derivative Instrumente zur Verfügung, um auf die künftige Kursentwicklung zu setzen. Der Auftakt des Derivatehandels war dabei von einer außergewöhnlich hohen Aktivität geprägt, die das enorme Interesse an dem Papier widerspiegelt. Allerdings zeigt der Markt bereits am ersten Handelstag eine bemerkenswerte Struktur, die sich deutlich von gewöhnlichen Aktienstarts unterscheidet. Die ersten Notierungen der Optionen machen deutlich, wie gespalten die Erwartungen der Investoren bezüglich der kommenden Kursdynamik sind.

Warnung vor gefährlichen Extremrisiken

Ein prominenter Marktstratege äußerte sich im Gespräch mit dem US-Wirtschaftssender CNBC jedoch überaus skeptisch über die Aussagekraft der aktuellen Marktpreise. "Die größten Handelsgeschäfte wirkten zunehmend wie Absicherungsgeschäfte im Zusammenhang mit künftigen Angebotsrisiken", zitiert CNBC Susquehanna-Stratege Chris Murphy. "Kaufoptionen auf steigende Kurse (Upside-Calls) bilden die Nachfrage nach einem weiteren kräftigen Anstieg ab, während Verkaufsoptionen auf fallende Kurse (Downside-Puts) Sorgen hinsichtlich des Angebots nach Ablauf von Haltefristen (Lock-up-Fristen), Bewertungsrisiken und der Möglichkeit widerspiegeln, dass die anfängliche Begeisterung nach dem Börsengang nachlässt. Das Ergebnis ist eine schwierige Handelssituation. Die Optionen für extreme Kursbewegungen (die sogenannten 'Tails') erscheinen zu teuer für einen Kauf, aber auch zu riskant für einen Verkauf."

Auch Peter Boockvar, Chief Investment Officer bei One Point BFG Wealth Partners, äußerte sich kritisch. Investoren "handeln die Story, sie handeln die Kursbewegung, sie handeln die Begeisterung, sie handeln Elon Musk - aber irgendwann kommt der Moment der Wahrheit, in dem die Fundamentaldaten mit dieser Begeisterung in Einklang gebracht werden müssen", sagte er in der CNBC-Sendung "Squawk Box Asia". "Wenn sie liefern können, ist das Aufwärtspotenzial sicherlich vorhanden, aber die Bewertung ist so enorm, dass das Unternehmen tatsächlich beweisen muss, dass es in diese Bewertung hineinwachsen kann", fügte er hinzu. "Ich denke, das wird mindestens einige Jahre dauern."

Symmetrische Extremrisiken prägen das Kursbild

Die mathematische Auswertung der impliziten Volatilitäten bringt die Zerrissenheit der Marktteilnehmer präzise auf den Punkt. Laut Susquehanna war am ersten Handelstag der SpaceX-Optionen eine Wahrscheinlichkeit von rund 15 Prozent eingepreist, dass die Aktie um die Hälfte an Wert gewinnt. Gleichzeitig spiegelte der Markt jedoch eine ähnliche Wahrscheinlichkeit wider, dass das Papier in den nächsten drei Monaten die Hälfte seines Wertes verliert. Diese symmetrische Verteilung von extremen Kurschancen und ebenso extremen Verlustrisiken verdeutlicht, dass die Händler mit massiven Ausschlägen in beide Richtungen kalkulieren.

Aktienreaktion bleibt im Fokus der Preisfindung

Die Einführung der Optionen dürfte die Liquidität und die Preisfindung der Aktie nachhaltig beeinflussen, da institutionelle Investoren die Kontrakte nun zur Absicherung oder für gehebelte Richtungswetten nutzen können.

Die SpaceX-Aktie konnte seit ihrem Börsengang vergangenen Freitag zunächst deutlich an Wert gewinnen. Am Dienstag legten die Anteilsscheine an der US-Technologiebörse NASDAQ um 4,83 Prozent auf 201,80 US-Dollar zu. Damit notierten sie fast 50 Prozent über ihrem Ausgabepreis von 135 US-Dollar. Die Aktien von SpaceX waren zwischenzeitlich sogar so deutlich gestiegen, dass sie eine Marktkapitalisierung von fast 3 Billionen US-Dollar erreichten. Damit überholte das Unternehmen beim Börsenwert zeitweise die Tech-Riesen Amazon und Microsoft.

Schon in den kommenden Wochen könnte SpaceX in die Indizes der US-Technologiebörse NASDAQ aufgenommen werden, die jüngst ihre Regeln für sehr große Unternehmen geändert hatte. Wichtig sind Index-Änderungen vor allem für Fonds, die Indizes real nachbilden. Dort muss dann entsprechend umgeschichtet und umgewichtet werden, was Einfluss auf die Aktienkurse haben kann. Derweil hält der Index-Anbieter Standard & Poor's (S&P) an seinen Regeln fest, die einer schnellen Aufnahme etwa in den marktbreiten S&P 500 im Weg stehen.

Unter Druck kommen könnte der stark gestiegene SpaceX-Aktienkurs indes, wenn in einigen Monaten Haltefristen von Investoren auslaufen. Manche Anleger könnten dann versucht sein, die Kursgewinne zu versilbern. Vor dem Börsengang hörbare, kritische Stimmen zur schon anfangs hohen Bewertung des Konzerns waren in den vergangenen Tagen weitgehend verstummt.

SpaceX dreht nach fulminantem Börsen-Debüt erstmals ins Minus

Der Höhenflug von SpaceX pausierte am Mittwoch. So fielen die Aktien des Raumfahrt- und KI-Unternehmens von Tesla-Chef Elon Musk um 4,95 Prozent auf 191,82 US-Dollar.

Julia Walter, Evelyn Schmal, Bettina Schneider, Martina Köhler, Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX

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