Samsung- und TSMC-Aktien vor wichtigen Zahlen: Das steht für Anleger auf dem Spiel
Super-Donnerstag für Chip-Anleger: Samsung steht vor Rekordzahlen bei hoher Volatilität, während Branchenprimus TSMC frische Umsatzzahlen vorlegt.
Werte in diesem Artikel
- Samsung dürfte einen Rekordgewinn melden, die Hürde liegt aber hoch
- Der starke Won drückt den Wert der Auslandserlöse
- TSMC liefert am selben Tag einen Stimmungstest für die Chipbranche
Der Elektronikkonzern Samsung Electronics legt am morgigen Donnerstag vorläufige Zahlen zum dritten Quartal vor. Analysten rechnen mit einem Rekordgewinn, doch die Schätzungen wurden seit Ende August 2026 gesenkt. Goldman Sachs warnt zudem vor erhöhter Volatilität der Samsung-Aktie.
Rekord bei Samsung erwartet, Schätzungen gesenkt
Der SmartEstimate sieht laut Reuters einen operativen Gewinn von 106,1 Billionen Won. Das wäre knapp das Neunfache der 12,17 Billionen Won aus dem entsprechenden Vorjahresquartal und der vierte Rekord in Folge. Seit Ende August wurde die Schätzung allerdings um 7,7 Prozent gesenkt.
Die Streuung ist groß: IBK rechnet mit 101,7 Billionen Won, FnGuide nennt bis zu 111,4 Billionen Won. Goldman Sachs senkte die eigene Prognose von 112 auf 106 Billionen Won und begründet das mit dem starken Won. Der Won legte im dritten Quartal 2026 laut Reuters um 14,3 Prozent zum US-Dollar zu.
Speicherpreise und Margen im Fokus
Im zweiten Quartal 2026 erzielte Samsung bei 171,5 Billionen Won Umsatz einen operativen Gewinn von 89,5 Billionen Won, die Marge lag bei 52,2 Prozent. Für das Speichergeschäft erwartet SK Securities eine unveränderte operative Marge von 76 Prozent.
Volatilität am Donnerstag
Goldman Sachs sieht am Donnerstag drei Faktoren zusammentreffen: die Zahlen, die Neugewichtung von sieben Halbleiter-ETFs mit rund 19 Billionen Won Volumen sowie der Optionsverfall. Dazu endet laut Goldman das Rückkaufprogramm über 15 Billionen Won. Ausländische Investoren verkauften fünf Handelstage in Folge netto.
Auch TSMC im Fokus
Parallel meldet Taiwan Semiconductor Manufacturing morgen den Septemberumsatz. Im August lag er bei 514,8 Milliarden Taiwan-Dollar, ein Rekord. Entscheidend ist der Septemberwert vor allem für die Quartalsbilanz: Für das dritte Quartal hat TSMC einen Umsatz zwischen 44,6 und 45,8 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt. Gewinn und Ausblick folgen am 15. Oktober.
Einordnung für Anleger
Für die Samsung-Aktie dürfte der morgige Donnerstag vor allem ein Tag der technischen Faktoren werden. Wenn Quartalszahlen, die Neugewichtung mehrerer Halbleiter-ETFs und der Optionsverfall zusammenfallen, können die Kursausschläge größer ausfallen, als es die Zahlen selbst rechtfertigen. Hinzu kommt, dass mit dem Ende des Rückkaufprogramms eine Stütze für den Kurs wegfällt, während ausländische Investoren zuletzt bereits auf der Verkäuferseite standen. Wer schon auf die erste Kursbewegung reagiert, läuft daher Gefahr, eher dem Rauschen als der fundamentalen Entwicklung zu folgen.
Fundamental ist ein Rekordgewinn weitgehend erwartet. Die gesenkten Schätzungen haben die Latte zwar etwas tiefer gelegt, angesichts der großen Spanne zwischen gut 101 und über 111 Billionen Won hängt die Bewertung als Übertreffen oder Verfehlen aber stark davon ab, welche Prognose der Markt als Maßstab nimmt. Aussagekräftiger als die Schlagzeilenzahl dürfte die Frage sein, ob sich die hohen Margen im Speichergeschäft halten lassen. Der starke Won bleibt dabei ein Gegenwind, der die Ergebnisse in heimischer Währung schmälert, auch wenn das operative Geschäft gut läuft.
Bei TSMC ist der Septemberumsatz nur ein Zwischensignal. Er zeigt, ob das Quartal innerhalb der eigenen Prognosespanne landet, die eigentliche Richtung dürften aber erst Gewinn und Ausblick am 15. Oktober vorgeben. Als Auftragsfertiger hängt TSMC weniger direkt an den Speicherpreisen als Samsung, die Stimmung im Halbleitersektor bewegt beide Aktien jedoch oft gemeinsam. Anleger, die in beiden Titeln oder in Halbleiter-ETFs investiert sind, sollten daher im Blick behalten, wie stark ihr Depot insgesamt vom KI- und Chipzyklus abhängt. Wer neu einsteigen möchte, kann mit einem gestaffelten Kauf über die anstehenden Termine hinweg das Risiko verringern, zu einem ungünstigen Zeitpunkt zu kaufen.
Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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