SoftBank-Aktie zündet Kursfeuerwerk: Tech-Rally in Japan dank KI-Rausch

Japanische Anleger sind nach einer mehrtägigen Feiertagspause an den Markt zurückgekehrt und sorgen prompt für eine Rally bei Tech-Aktien.
Werte in diesem Artikel
• Japanische Börse im Rally-Modus, angetrieben von Tech-Aktien
• Vor allem SoftBank aufgrund von KI-Euphorie im Aufwind
• Auch andere japanische Tech-Aktien profitieren von KI-Halbleiter-Trade
Der japanische Aktienmarkt ist mit einem beeindruckenden Signal aus der mehrtägigen Feiertagspause aufgrund der Goldenen Woche zurückgekehrt: Der japanische Leitindex Nikkei 225 springt am Donnerstag zeitweise um 6,00 Prozent nach oben und überschreitet dabei erstmals in seiner Geschichte die Marke von 63.000 Punkten. Angeführt werden die Gewinne dabei vor allem von den japanischen Tech-Titeln, allen voran der SoftBank-Aktie.
SoftBank wird immer mehr zur KI-Holding
Die Papiere der SoftBank kletterten am ersten Handelstag nach der Feiertagsunterbrechung letztlich um 18,44 Prozent auf 6.424,00 JPY und könnten damit laut "CNBC" ihren stärksten Handelstag seit mehr als fünf Jahren verbuchen. Beobachter verweisen zur Erklärung der Kursgewinne auf die neu entfachte Euphorie rund um künstliche Intelligenz sowie um die massiven Nachholeffekte nach der Goldenen Woche. "Japan war aufgrund des letzten Teils der Golden Week geschlossen, während globale Risikoanlagen kräftig zulegten", sagte Billy Leung, Investmentstratege bei Global X ETFs, laut "CNBC". In der heutigen Bewertung spiegele sich daher wieder, dass der japanische Aktienmarkt "drei Handelstage auf einmal" einpreise.
Denn während die Börse in Tokio aufgrund der traditionellen Feiertagsserie seit Mitte vergangener Woche geschlossen blieb, lief der globale Handel weiter. Dabei setzte sich in den USA in den letzten Tagen die Rally technologie- und KI-naher Werte fort, angetrieben von neuen Investitionen in Rechenzentren, anhaltender Begeisterung für generative KI und wachsender Fantasie rund um Chip-Unternehmen wie AMD und Arm Holdings. Gerade der Chipdesigner Arm, der am Mittwoch nachbörslich mit seinen Quartalszahlen für Begeisterung sorgte, ist für SoftBank von zentraler Bedeutung, da der japanische Konzern einen großen Anteil an dem Unternehmen hält und die Architektur von Arm inzwischen eine entscheidende Grundlage moderner KI-Rechenzentren und energieeffizienter Prozessoren bildet.
Noch vor wenigen Jahren wurde SoftBank vor allem als komplexes Konglomerat wahrgenommen: Telekommunikation, Beteiligungen, Venture Capital und aggressive Finanzierungsstrukturen bestimmten das Bild des Konzerns. Heute verschiebt sich diese Wahrnehmung zunehmend. Für viele asiatische Anleger verkörpert SoftBank inzwischen offenbar eine Wette auf das globale KI-Zeitalter. SoftBank sei für asiatische Anleger faktisch zum "börsennotierten Stellvertreter für OpenAI und Arm" geworden, zitiert "CNBC" den Investmentstrategen Leung. Während Aktien von Arm nicht in Asien, sondern in den USA gelistet sind, ist OpenAI bislang noch gar nicht börsennotiert, besitzt aber über eine Partnerschaft enge Verbindungen zu SoftBank.
An den Märkten entsteht dadurch eine neue Erzählung: SoftBank wird nicht länger primär als Investmentholding betrachtet, sondern als "KI-Holding" - als Vehikel, das an nahezu allen entscheidenden Ebenen der KI-Wertschöpfung beteiligt ist. Dazu zählen Chips, Rechenzentren, KI-Modelle, Robotik und Infrastrukturfinanzierung. Gerade im Umfeld der aktuellen KI-Euphorie besitzt ein solches Narrativ offensichtlich enorme Anziehungskraft für Investoren.
Auch andere japanische Tech-Aktien im Rally-Modus
Die Rally am japanischen Aktienmarkt beschränkt sich jedoch am Donnerstag nicht nur auf die SoftBank-Aktie - auch andere Tech-Titel legen kräftig zu und spiegeln so den wachsenden Optimismus hinsichtlich der langfristigen Nachfrageaussichten für KI-Infrastruktur wider.
So ging es etwa für die Aktien von Advantest, einem Hersteller von Chip-Testsystemen, in Tokio schließlich um 6,83 Prozent nach oben auf 29.715,00 JPY, während Anteilsscheine des Zulieferers für Halbleiterausrüstung Tokyo Electron letztlich um 9,00 Prozent auf 51.720,00 JPY kletterten.
Investmentstratege Leung bezeichnete die beiden Unternehmen gegenüber "CNBC" als "die liquidesten japanischen Vertreter des KI-Halbleiter-Trades".
Daneben schnellen auch die Papiere von Renesas Electronics, einem Anbieter von Chip-Lösungen, schlussendlich um 13,04 Prozent auf 3.623,00 JPY hoch.
Carolin Ludwig, Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net
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