US-Börsen mit schwachem Wochenausklang -- DAX geht mit Verlusten ins Wochenende -- Schlappe für SpaceX -- Anthropic mahnt zu KI-Pause -- Solidion, Almonty, Marvell, Infineon, Samsung im Fokus
Deutsche Autobauer hinken hinterher. Tesla mit massiver Kurszielerhöhung. Zwischenfall am Frankfurter Flughafen - Lufthansa-Maschine sackt plötzlich ab. Putin und Selenskyj bleiben bei Friedensbedingungen weit auseinander. Pharmakonzerne kürzen Investitionen - Bund verteidigt Kurs. RWE-Aktie vor dem nächsten Schub? Analyst hebt Kursziel an.
Marktentwicklung
Der deutsche Aktienmarkt zeigte sich am Freitag tiefer.
Der DAX stieg bereits schwächer in den Handel ein und pendelte zunächst um die Nulllinie. Dabei war zeitweise sogar ein moderates Plus zu sehen. Am Nachmittag fiel er aber in die Verlustzone zurück, wo er den Handel auch beendete. Sein Schlussstand: 24.759,05 Punkte (-0,75%).
Deutlich unter Druck stand unterdessen der TecDAX: Auch er notierte zum Sitzungsstart bereits tiefer und geriet im weiteren Verlauf deutlich unter die Räder. Letztlich stand hier ein herber Abschlag von 3,11 Prozent auf 4.077,66 Zähler an der Kurstafel.
Die seit Monaten anhaltende KI-Rally an den internationalen Börsen verlor spürbar an Dynamik. Für erhebliche Verunsicherung sorgte jüngst das KI-Unternehmen Anthropic, das überraschend eine weltweite Pause bei der Entwicklung künstlicher Intelligenz forderte. Die Experten des Unternehmens warnten eindringlich vor den unberechenbaren Risiken der sogenannten Selbstoptimierung, da KI-Modelle schon in naher Zukunft in der Lage sein könnten, sich ganz ohne menschliches Eingreifen eigenständig zu verbessern.
Zusätzlicher Druck zeichnet sich durch den bevorstehenden Börsengang von SpaceX ab. Nach Einschätzung von Marktanalyst Timo Emden von Emden Research steht der KI-Rally damit der erste große Stresstest bevor. Die anstehende Platzierung der Aktien wird nach Ansicht des Experten zu einem entscheidenden Gradmesser dafür, wie viel Risikokapital die Anleger nach der jahrelangen Tech-Euphorie überhaupt noch mobilisieren können. Diese Kombination aus regulatorischen Sorgen und drohendem Liquiditätsentzug belastete auch den deutschen Aktienmarkt, wo die ohnehin unter Druck stehenden Chipwerte im Techsektor im Laufe des Handels weiter nachgaben.
Die Blicke der Marktteilnehmer richteten sich mit großer Spannung auf den am Nachmittag veröffentlichten US-Arbeitsmarktbericht für den Monat Mai. Dieser fiel überraschend positiv aus: Die Arbeitslosenquote blieb auf niedrigem Niveau, während die Beschäftigungszahlen wider erwarten deutlich anstiegen.
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Die europäischen Börsen präsentierten sich vor dem Wochenende deutlich schwächer.
Der EURO STOXX 50 startete etwas schwächer in den Handelstag und pendelte zunächst um die Nulllinie. Im weiteren Tagesverlauf verlor er jedoch weiter an Boden, sodass er letztlich mit Verlusten von 0,63 Prozent bei 6.064,95 Punkten ins Wochenende ging.
Während Investoren sich an den europäischen Aktienmärkten vor der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts noch zurückhielten, folgte nach Bekanntgabe der deutlich besser ausgefallenen Arbeitsmarktdaten ein regelrechter Abverkauf. Besonders unter Druck standen Technologiewerte, die als schwächster Sektor des Tages hervorstachen. Auslöser waren Gewinnmitnahmen, die sich nach Kursrückgängen bei asiatischen Halbleiter- und KI-Titeln auch in Europa fortsetzen. Angesichts der zuletzt stark gestiegenen Kurse sind die Erwartungen der Anleger hoch - und die Fehlertoleranz entsprechend gering. "Die Angst vor einer KI-Korrektur macht die Runde", warnt Jochen Stanzl von der Consorsbank laut dpa-AFX.
Weiter unklar bleibt zudem die Lage im Nahost-Konflikt. Es zeichnet sich weiterhin keine Friedenslösung zwischen den USA und dem Iran ab, zumal die vom Iran unterstützte Hisbollah nicht nur den von den USA vermittelten Waffenstillstand zwischen Israel und Libanon ablehnt. Offenbar kam es zu erneuten Kämpfen zwischen der Hisbollah und dem israelischen Militär im Libanon. Unterdessen habe US-Präsident Trump die Möglichkeit eines Treffens mit dem obersten Führer des Iran ins Spiel gebracht, falls [die USA] eine Einigung erzielen sollten, so die Analysten von CIMB Treasury and Markets Research. Derweil kommt möglicherweise Bewegung in den Krieg in der Ukraine. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat sich in einem offenen Brief direkt an sein russisches Pendant Wladimir Putin gewandt und ein persönliches Treffen vorgeschlagen. US-Präsident Donald Trump reagierte erfreut auf den Vorstoß, ein Treffen wäre großartig, sagte er und: "Sie sollten es hinbekommen".
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Die Wall Street zeigte sich am Freitag mit einer markanten Talfahrt - insbesondere bei Technologieaktien.
Der Dow Jones Industrial rutschte während der Sitzung sukzessive ab und ermäßigte sich zum Handelsschluss um 1,35 Prozent auf 50.866,78 Punkte.
Der Techwerteindex NASDAQ Composite verzeichnete letztlich ein kräftiges Minus von 4,18 Prozent auf 25.709,43 Zähler.
Die US-Börsen reagierten am Freitag mit deutlichen Kursverlusten auf einen unerwartet starken Arbeitsmarktbericht. Im Mai wurden mehr als doppelt so viele neue Stellen geschaffen wie von Ökonomen erwartet, und die Zahlen der Vormonate wurden ebenfalls nach oben korrigiert. Dies weckte bei Investoren die Befürchtung, dass die US-Notenbank die Zinsen länger hochhalten oder sogar weiter anheben könnte. Laut Dow Jones Newswires kommentierte Dirk Chlench, Senior Economist bei der LBBW: "Nach unserer Prognose wird die US-Notenbank in den kommenden Quartalen ihre Schlüsselzinsen unverändert lassen, im Zweifel sind Zinsanhebungen wahrscheinlicher."
Besonders im Technologiesektor verstärkte sich der Verkaufsdruck, nachdem Broadcom mit seinem Ausblick enttäuscht hatte und bevorstehende Großtransaktionen - der SpaceX-Börsengang sowie die Meta-Kapitalerhöhung - zusammen bis zu 160 Milliarden Dollar an Kapital binden dürften. Um daran teilzunehmen, könnten Anleger gezwungen sein, andere Technologiewerte zu veräußern. Hinzu kommt, dass der Sektor besonders zinsempfindlich ist, da höhere Zinsen den gegenwärtigen Wert künftiger Unternehmensgewinne spürbar reduzieren.
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Die asiatischen Aktienmärkte knüpften an ihre schwache Vortagesentwicklung an.
In Tokio verbuchte der Nikkei 225 am letzten Handelstag der Woche einen Verlust von 1,31 Prozent auf 66.588,12 Punkte.
Auf dem chinesischen Festland geht es ebenfalls abwärts: Der Shanghai Composite verlor am Ende 0,74 Prozent auf 4.027,74 Indexpunkte.
In Hongkong rutschte daneben der Hang Seng 1,15 Prozent auf 24.961,95 Punkte ins Minus.
Am Freitag verzeichneten die asiatischen Aktienmärkte überwiegend Verluste. Investoren nutzten den Tag für Gewinnmitnahmen im Technologiesektor und schichteten ihr Kapital in konjunktursensible Branchen (Substanzwerte) um.
Leichter Gegenwind kam von der Geopolitik. Nachdem Israel und Libanon zuletzt eine Waffenruhe vereinbarten, gibt es wieder Nachrichten über gegenseitigen Beschuss mit der proirainischen Hisbollah-Miliz im Libanon. Bei den Ölpreisen herrscht gleichwohl Ruhe, sie bewegen sich nach dem jüngsten Rückgang kaum. Dazu trägt bei, dass Golfstaaten eine Erholung der Produktion nach einer eventuellen Beendigung der Blockade der Straße von Hormus in Aussicht stellen. Das staatliche Ölunternehmen Kuwaits gibt an, innerhalb von sechs bis acht Wochen fast 70 Prozent seiner Ölproduktion wiederherstellen zu können.
Zusätzlicher Druck kam von den US-Märkten: Nach einer uneinheitlichen Wall-Street-Sitzung gaben die US-Futures im asiatischen Handel spürbar nach. Die Blicke der Marktteilnehmer richten sich nun auf die am Nachmittag anstehenden US-Arbeitsmarktdaten (Non-Farm Payrolls) für den Monat Mai. Zudem sorgt die geopolitische Lage im Nahen Osten nach neuen Spannungen weiterhin für Verunsicherung.
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